Koforidua

Samstag, 07.09.2013

An meinem letzten Samstag war nix mit ausschlafen! Um 5.15 Uhr hieß es schon aufstehen und wir machten uns fertig um pünktlich nach Koforidua losfahren zu können. Eigentlich hatten wir vor, von Tema-Station aus mit dem Metro-Mass-Transit zu fahren aber als wir um 7 Uhr an Tema-Station ankamen, wurde uns gesagt, dass der Metro-Mass-Transit erst gegen acht oder halb neun (also in Wirklichkeit um 10 Uhr) fahren würde und so sind wir mit einem klimatisierten TroTro gefahren. Schon nach knapp 3 Stunden waren wirbei den Wasserfällen angekommen und bezahlten 10 Cedi um eine Führung zu den Wasserfällen, dem Umbrella-Stone und den Höhlen zu bekommen.

angekommenauf dem weg

 

Der Guide (bzw. die Guides) die uns führten waren dann zwei Kinder mit einem Kleinkind auf dem Arm, die uns in Flip-Flops den Weg zeigten (Im Reiseführer stand extra, dass festes Schuhwerk zu empfehlen ist). 

unsere Guides

Der Wasserfall war sehr schön undauch die Aussicht vom Umbrella-Stone war unglaublich.

  die seltsamen Steine   der Ausblick vom Umbrella-Stoneder Aufstieg zum Umbrella-StoneNils war auch dabei :-D   nochmal der Umbrella-Stone ich beim hochklettern zum Umbrella-Stone unendliche Weiten         

Dann ging es wieder zurück zum Startpunkt und und von dort aus ging die Wanderung mit einem anderen Mädchen als Guide (die das Baby wieder mitschleppte) los. Anfangs war der Weg noch ganz ok aber nach einer Zeit ging es steil bergauf durchs Gestrüpp! Das war bei der Hitze so anstrengend wir waren alle total K.O. als wir oben angekommen waren.

  Eine Kakao-Frucht als WegzehrungLianen :-)

 

Dann ging es schon wieder bergab und ab nach Hause. Wir hatten Glück und haben ein TroTro erwischt, dass direkt von Koforidua bis Kasoa durchgefahren ist. Das heißt wir mussten nicht umsteigen und waren somit zeitig zuhause.

 

Rastas!!

Freitag, 06.09.2013

Heute war es endlich soweit und ich habe meine Rasta-Zöpfe bekommen :-) Ich bin extra an meinem letzten Tag im Projekt schon um 11.15 Uhr gegangen, damit die Frisörinnen zeitig anfangen konnten. Dieser letzte Tag war echt schön, denn wir (mittlerweile sind zwei neue Mädels bei mir im Projekt) haben mit den Kindern Mandalas gemalt und danach Ketten und Armbänder aus Bügelperlen und ScoobyDoo-Bändern gebastelt und alle haben sich sooo gefreut :-) 

wunderschön :-P alle hochkonzentriert am Mandala malen
Die Kunsthaare hatte ich auch schon am Mittwoch gekauft und so konnte es pünktlich losgehen. Schon nach 5 Stunden war ich fertig und konnte meine neue Frisur bestaunen :-) Beim Machen tat es kaum weh aber jetzt am Abend spürt man schon den Zug auf der Kopfhaut... aber was solls :-P

fast die Hälfte :-) fast geschafft!! fertig und wieder daheim :-)

Mein Traum von Afrika

Donnerstag, 05.09.2013

Schon bevor ich überhaupt hier war, habe ich gewusst, was mein Traum von Afrika ist: Ich will auf der Ladefläche eines Pick-Ups mitfahren!! Und heute wurde dieser Traum endlich wahr! Ich dachte schon, es würde nicht mehr klappen, da ich eigentlich geplant hatte, diesen Traum auf unserer selbst organisierten Nordentour zu verwirklichen- aber die lief ja leider (bzw. mittlerweile kann ich sagen zum Glück) ganz anders ab, als geplant.
Aber fangen wir mal von vorne an:

Heute bin ich extra schon um 11 Uhr aus dem Projekt heim gegangen, weil wir auf den Glasperlenmarkt nach Koforidua wollten. Wir haben uns dann um 12.30 Uhr auf den Weg gemacht, um auch rechtzeitig dort zu sein und waren um kurz nach eins an der Tudu-Station von wo aus (laut Reiseführer) ein TroTro nach Koforidua fahren sollte. Uns wurde dann erklärt, dass wir zur Tema-Station sollten, weil das TroTro hier noch nicht da wäre und auch noch lange brauchen würde also haben wir uns auf den Weg dort hin gemacht. Ein Mann dort sagte uns dann, dass wir in ca. einer Stunde in Koforidua sein würden. Schon da hätte uns klar sein müssen, dass das unmöglich stimmen kann, weil wir schon nach Aburi (das liegt ungefähr auf einem viertel der Strecke) eine Stunde gebraucht haben... Aber wir leichtgläubigen Obruni-Mädels kaufen ihm das natürlich ab und machen uns auf den Weg nach Koforidua... nach einer Stunde habe ich ihn dann mal gefragt, wann wir denn da sein würden und er meinte, um 17 Uhr wären wir in Koforidua - das heißt es waren noch 1,5 Stunden fahrt... daraufhin haben wir dann beschlossen, dass es keinen Sinn machen würde, noch weiter zu fahren, weil wir ja auch noch irgendwie wieder heim kommen mussten und dann sind wir nach langem Hin- und herüberlegen in Aburi ausgestiegen und nochmal auf den Holzmarkt gegangen. 
Als wir dort fertig waren, wollten wir mit dem TroTro nach Accra fahren und von dort aus nach Hause (also so wie wir das letzte mal auch gefahren sind). Aber es dämmerte schon und es kam einfach kein TroTro und dann kam die Idee auf, einfach bei einem PickUp hinten drauf mitzufahren.
Gesagt-getan- wir also einen PickUp angehalten und gefragt, ob er uns mit nach Accra nehmen kann - und er konnte!! Also saßen wir gackernden Mädels dann auf der Ladefläche und haben Plantainchips geknuspert :-)
Plötzlich hielt das Auto an und wir haben alle Panik bekommen, weil wir durch eine Polizeikontrolle gefahren sind... der Polizist kam dann auch auf uns zu und meinte zum Fahrer, dass er ja sechs Mädels hinten drauf hat... Wir haben alle gedacht, der Fahrer würde jetzt verhaftet aber nach 5 Minuten und der Aussage des Polizisten, er würde uns alle heiraten, ging es weiter. 
Nach einer Zeit wurde wieder angehalten und zwei der drei Jungs von vorne kamen nach hinten auf die Ladefläche, weil sie mit uns reden wollten... demnach haben wir uns dann mit den Jungs unterhalten und nachdem ich ihnen dann irgendwie klar gemacht hatte, dass ich keinen Computer hatte, weil meine Eltern es nicht wollen und ich meine Handynummer leider leider auch nicht im Kopf habe, hat er mir dann seine aufgeschrieben und geht ernsthaft bis jetzt noch davon aus, dass ich ihn am Montag anrufe und ihn nach Deutschland einlade :-P
Irgendwann meinte er dann, sie könnten ja nichts von uns verlangen, aber es wäre schön, wenn wir ihnen dann einen kleinen Betrag geben würden, um das Benzin zu bezahlen... wir haben uns sowieso schon vorher darauf geeinigt, dass wir ihnen jeder 2 Cedi geben würden, von daher war das kein Problem. Plötzlich meinte der Kerl dann, jeder solle 5 Cedi bezahlen, da sie uns ja einen Gefallen tun... Ich habe also erstmal versucht, ihm zu erklären, dass ein Gefallen nur ein Gefallen ist, wenn man nichts dafür verlangt und schließlich hatten wir ihn dann auf 2 Cedi pro Person runter gehandelt und wurden bei Malam Junction abgesetzt, von wo wir dann noch ein TroTro zu Blockfactory nehmen mussten (aber nur 5 Minuten Fahrzeit) und jetzt sind wir wohlbehalten und mit erfülltem Afrikatraum wieder daheim angekommen :-)

sieht ein bissl aus wie bei nem Viehtransport aber was solls :-P Ein Traum wird wahr!!

Es war ein super tolles Abenteuer und war sooo lustig und jetzt kann ich am Montag beruhigt und mit gutem Gewissen heimfahren, denn ich habe alles gemacht, was ich in Afrika machen wollte :-)

Trommel und Kino

Sonntag, 01.09.2013

Gestern morgen sind wir SCHON WIEDER!!! um 7 Uhr vom Wecker geweckt worden, der schon letzten Samstag morgen im Wohnzimmer geklingelt hat... jetzt haben wir die Batterien raus genommen :-D
Dementsprechend waren wir schon früh fertig gemacht und haben uns auf den Weg zum ArtCenter begeben, um unsere Trommeln abzuholen. Dort angekommen waren die Trommeln natürlich noch nicht mal annährend fertig und David schickte uns erstmal zum Shoppen...

meine Trommel in arbeit :-)


Wir haben dann auch gleich noch unsere Armbandbestellung aufgegeben (so gewebte Armbänder mit Namen drauf) und es hieß, sie seien in einer halben Stunde fertig. Nach knapp 50 Minuten sind wir dann dort wieder vorbei gekommen und wollten die Armbänder abholen (sie hatten also schon 20 Minuten mehr Zeit, weil wir uns bei den Gemälden nicht entscheiden konnten) aber da wir ja in Ghana sind, waren sie auch da noch nicht fertig. Da das sowieso klar war und wir uns mittlerweile an diesen Lebensstil gewöhnt haben, sind wir dann erstmal zu David gegangen und haben geschaut, ob er mittlerweile fertig war- war er nicht :-P
Er hat uns dann zur Versöhnung auf eine Kokosnuss eingeladen und wir sind zu den Kokosnüssen gelaufen.

Die Welt ist so klein!! Dort haben wir eine Gruppe aus Ludwigshafen getroffen und uns erstmal mit ihnen unterhalten. Sie waren hier mit irgendeinem König aus Togo, der eine Autowerkstatt in Ludwigshafen hat und gehen hier dann auf ein Königsfest in Hohoe... Irgendwann sind wir dann zurück zu den Armbändern und haben die abgeholt. Danach ging es zum Trommeltaschen aussuchen und dann waren auch endlich unsere Trommeln fertig :-)

und das ist sie also!! in echt ist sie mehr lila als blau und nochmal die andere Seite

Ich bin richtig zufrieden mit meiner Trommel und ich freue mich schon so darauf zuhause zu sitzen und zu trommeln :-D

David hat uns dann ein Taxi gerufen und wir sind direkt vom ArtCenter - mit Trommel bepackt- in die Accra Mall gefahren. Die Accra Mall ist ein kleines Stück Europa in Ghana!! Dort sind so viele Weiße unterwegs, da kommt man sich vor wie zuhause :-D Und auch die Geschäfte sind so ähnlich wie bei uns, nur dass man sich eine Mall in der Hauptstadt rieeeesig groß vorstellt... sie war ungefähr ein Drittel vom Rhein-Neckar-Zentrum also echt mickrig!!

Wir hatten uns ja vorher schon vorgenommen, ins Kino zu gehen und waren deshalb pünktlich um 15.30 Uhr am Kino gestanden (der Film sollte um 16.00 Uhr beginnen). Der Türsteher (oder wie auch immer man die Typen im Kino nennt, die die Karten abreißen) meinte dann wir dürfen noch nicht rein, weil der Film vorher noch läuft. Wir sollen um 15.50 Uhr nochmal wieder kommen... Gesagt, getan- wir waren um 15.55 Uhr wieder da und mussten noch 5 Minuten warten, bis die Putztruppe reingegangen ist, um den Kinosaal zu säubern. Um 16.15 Uhr konnten wir dann endlich unsere Plätze suchen (es gibt keine Platzkarten in ghanaischen Kinos) und nach einer weiteren viertel Stunde Werbung ging der Film dann endlich los.

Da saßen wir 8 mehr oder weniger erwachsenen Mädels da, in einem Kino voller kleiner Kinder und schauten uns die "Smurfs 2" also die Schlümpfe an :-) Aber der Film war echt goldig - Mama den müssen wir nochmal zusammen gucken, der gefällt dir bestimmt auch gut :-)

Nach dem Kino gab es dann noch eine Pizza Hawaii!! und dann ging es totmüde nach Hause und ins Bett.

Nordentour die Zweite

Freitag, 30.08.2013

Nachdem wir unsere letzte Nordentour abbrechen mussten (wir waren gerade mal 6 Stunden gefahren und in Kumasi angekommen), weil Michelle hohes Fieber hatte, haben wir uns dazu entschlossen, diesmal mit JayJay zu fahren.
Das heißt wir haben quasi ein All-Inclusive Paket gebucht und haben somit Essen, Fahrt und Übernachtungsmöglichkeiten und soweiter alles schon im Vorraus bezahlt und sind geführt durch den Norden getourt. 

Aber bis das erstmal geklappt hat, war es auch ein ganz schöner Akt!! Wir haben schon am Montag morgen, als die anderen mit JayJay los gefahren sind, mit ihm geredet und gesagt, wir wollen bis zum 02.09 mit ihm im Norden gewesen sein (weil Melli da fliegt). Er meinte das wäre kein Problem und so haben wir uns tierisch gefreut, dass es doch noch klappen würde.
Am nächsten Morgen kam dann Ebenezer (der Supervisor von unserer Organisation) und hat verkündet, dass wir ab dem 29.08 nicdrei Tage lang nicht reisen dürften, weil dort das Urteil vom Supreme Court verkündet wird... (die Opposition hat dem Präsidenten bei der Wahl im Dezember 2012 Wahlbetrug vorgeworfen und deshalb gab es einen langen Gerichtsprozess der eben am 29.08 enden würde...) 
Super also konnten wir uns die Nordentour mal wieder abschminken!!... :-( 
Dann hat uns aber Laura geschrieben, dass JayJay wohl gerade mit Mädels aus Haus 2 telefoniert hätte und mit ihnen ausgemacht hätte, dass sie nächste Woche auf Nordentour gehen würden... komisch, denn die dürften ja eigentlich genauso wenig reisen wie wir... wir also Laura geschrieben, sie solle mit JayJay reden, dass er mit Ebenezer redet und wir fahren dürfen... dann hieß es, wir könnten von Sonntag morgen bis Mittwoch Nacht reisen und somit war für mich klar, dass ich nicht mitgehen würde, da es das letzte Wochenende von Steffi und Vanessa war und ich da auf keinen Fall weg sein wollte...
Dann hieß es aber plötzlich, wir könnten auch Montag losfahren und damit war ich dann auch einverstanden, weil die beiden sowieso früh morgens abgeholt würden und ich somit nur die Verabschiedung verpassen würde.


Dementsprechend kam dann der schlimmste Abschied von allen schon am Sonntagabend...
aber am Montag morgen ging es dann schon los in den Norden. Also sind wir um 2.00 Uhr am Montag Morgen (oder eher nacht) aufgestanden und haben uns fertig gemacht für den Norden! Wir wurden dann auch pünktlich um 3.00 Uhr abgeholt und haben uns auf den Weg zu Haus 2 gemacht.

Aber da ging es schon los!! Auf dem Weg zu Haus 2 ist unser Auto vier Mal!! ausgegangen!! und nicht nur abgewürgt sondern während der Fahrt hat der Motor einfach gestreikt... Na das konnte ja was werden...
Gut dann sind wir mit diesem Motor, der alle 5 Minuten ausging, erstmal bis zum Stelzendorf Nzulezu (oder wie auch immer man das schreibt :-P) (das heißt übrigens "auf dem Wasser gebaut") gefahren.
Dort angekommen gab es erstmal Frühstück: Jollof-Rice um 9.00 Uhr morgens! Für die, die Jollof nicht kennen: Das ist Reis mit Tomatensoße und Zwiebeln und Möhren und Öl und sowas... 

bereit für die Kanutour

Nach dem Frühstück ging es zu den Kanus und dann sind wir 1 Stunde lang mit dem Kanu Richtung Stelzendorf gefahren. Es ist unglaublich, wie die Leute dort leben! Es gibt keine Toilette, sondern sie machen einfach ins Wasser und deshalb müssen sie dann in die Mitte vom See fahren, um Wasser zum Trinken zu holen (Das Wasser im See sieht aus wie Cola!! Ich habe zwar keine Ahnung warum das so aussieht, aber das war echt lustig :-P) 

Das Cola-Wasser Der Müll im Wasser ums Dorf Einblicke ins Dorfleben

Überall liegt im Wasser ums Dorf der Müll rum und die Kinder können nur auf den Stegen spielen. Außer einmal im Jahr, da trocknet so viel Wasser weg, dass sie für kurze Zeit Fußball spielen können, aber beim nächsten Regen ist der Fußballplatz schon wieder überflutet.

Michelle und Ich im Kanu Das Stelzendorf von außen... ...und von innen Wäsche im Dorf
Auf der gesamten Kanufahrt haben uns Michelle und Melli das Leben gerettet, da immer wieder bzw. dauerhaft Wasser ins Boot gelaufen ist und wir somit gekentert wären, hätten die beiden nicht das Wasser raus geschöpft!! 

das Boot läuft voll!! auf der Fahrt Nils war auch dabei

Als wir dann heil wieder an Land waren, sind wir weiter in Richtung Kumasi gefahren. Dort sind wir dann nach langer Fahrt um 18.30 Uhr angekommen und haben im Hotel eingecheckt, bevor es losging auf Essenssuche...

Leider hatte das Hotel nicht mehr genügend Zimmer, sodass wir immer zu dritt in einem Zweierzimmer schlafen mussten -  aber das war letztendlich recht lustig mit Michelle und Melli :-D 

Matratzensurfen im Hotelzimmer :-P

Die Essenssuche gestaltete sich dann schwieriger als erwartet, da leider keiner eine Ahnung hatte, wo wir um diese Zeit noch etwas zu essen bekommen könnten und so sind wir erstmal êine Stunde lang durch Kumasi gefahren, bis wir ENDLICH ein Restaurant gefunden hatten. Aber für das, was wir dort bekommen haben, hat sich das warten echt gelohnt!! Es gab PIZZA!! Und nicht irgendeine seltsame Pizza wie hier sonst überall sondern eine echte amerikanische mit dick Käse obendrauf und so :-) 


Als wir zurück im Hotel waren und uns bettfertig gemacht haben, haben wir plötzlich einen riesigen Schrecken bekommen, denn Michelle hat uns auf ein Geräusch aufmerksam gemacht, das sich angehört hat, als ob irgendwas in unserem Schrank sitzt und von innen an der Schranktüre kratzt... wir drei Schissern haben natürlich ordentlich Angst bekommen und bis uns erstmal aufgefallen ist, dass das seltsame Geräusch vom Rucksack kam, der vor dem Schrank stand und runter gerutscht ist, hat es erstmal gedauert :-D Aber dann konnten wir beruhigt schlafen, bis es um 6.30 Uhr am nächsten morgen hieß: Aufstehen!! 

Frühstück ist fertig!!

Der Dienstag hat mit einem Frühstück mit Omlette mit Zwiebeln und einem Milo (heiße Schokolade) begonnen und dann sind wir zum Ashantimuseum in Kumasi gefahren. Die Führung dort war ziemlich langweilig und wir danach wussten wir auch sicher, warum wir vorher gesagt haben, dass wir NICHT in das Museum wollen (aber die Mädels aus Haus 2 wollten dort hin)... Nach dem Museum sollte es eigentlich weiter gehen in Richtung Affendorf in Kintampo.

EIGENTLICH!!! Denn dann hieß es erstmal wir müssen zuerst zu einer Werkstatt fahren, weil es Probleme mit dem Auto gibt - ist ja nicht so als hatte es diese Probleme seit beginn der Reise in Accra gegeben aber egal - und der Weg nach Tamale (also zum nächsten Nachtstop im Mole National Park) zu riskant wäre mit dem Auto in dieser Verfassung... Gut dann sind wir also in eine Werkstatt gefahren und haben dort gewartet bis das Problem behoben war.
Es hieß, wir müssen 20 Minuten warten - Ghanaische Zeit- und somit konnten wir nach 1,5 Stunden weiterfahren. JayJay hat uns dann erklärt, dass die Bremsbeläge gewechselt werden mussten und es deshalb nicht funktioniert hat - IST KLAR!!! Der Motor geht während der Fahrt aus, weil die Bremsbeläge abgenutzt sind... Aber gut, danach hat alles wieder reibungslos funktioniert und das Auto ist bis zuhause nicht mehr ausgegangen. 

Autoreparatur auf Ghanaisch

Im Affendorf angekommen wurde es dann schon langsam dunkel und so hat man sich dann auch richtig wie im Dschungel gefühlt mit den ganzen Geräuschen. Die Affen waren total goldig!!! Wir haben sie mit Bananen gefüttert und die haben sie aus unserer Hand genommen!! Das war sooo süß wie gierig sie teilweise waren und kaum noch warten konnten, bis wir das nächste Stück Banane abgebrochen hatten :-D 

süß :-) Ich im Fikus hoch hinaus :-D


Bevor wir wieder losfahren konnten, waren Melli und ich noch auf dem Dschungelklo - zum Glück, weil die Mädels, die dort nicht gegangen sind, mussten dann später im stockdunkeln am Wegrand gehen, während das Dschungelklo immerhin noch dreieinhalb Wände und eine Rille zum reinmachen hatte... und es hat nur gedämmert und war nicht stockdunkel! 

Der Weg zum Affendorf und dann weiter nach Mole war seeeehr ruckelig!!! Und noch dazu sind alle 50 Meter kleine Hubbel (wie in Mexiko), dass man nicht zu schnell fährt... Aber sobald wir auf die ruckelige Straße gekommen sind, wurde ich sooo müde und habe dann die ganze schlimme Fahrt verpennt... zum Glück!! Denn vielen von den anderen Mädels wurde ziemlich schlecht... aber da haben meine Reisetabletten und Sea-Bands wohl gut geholfen, denn ich hatte auf dieser schlimmen Strecke gar keine Probleme :-) 

Angekommen in Mole haben wir dann erstmal Essen bekommen und dann ging es auch totmüde ins Bett - um 1.30 Uhr. Am nächsten Morgen fing dann die Safari um 7 Uhr an, aber es hat sich echt gelohnt!! Wir haben schon nach den ersten 10 Minuten eine Gruppe von 4 Elefanten  und jede Menge Warzenschweine gesehen. Und die waren nur 10 Meter von uns entfernt!! Es war unglaublich!! Aber ein klein wenig Angst hatte ich schon, dass die so nah waren und der Ranger nur ein kleines Gewehr dabei hatte, das dem Elefanten glaube ich nicht viel hätte anhaben können - aber gut wir leben noch also ist alles gut :-D

Elefanten!!!! - und ich natürlich :-P

Wir sind dann noch weiter gelaufen und haben jede menge verschiedene Antilopenarten gesehen und dann meinte der Ranger plötzlich wir hätten sehr Glück... JayJay war wohl schon über 50 mal auf dieser Safari und hatte noch nie soviel Glück wie mit uns denn wir haben Büffel gesehen!! Der Ranger meinte dann die ganze Zeit wir sollen näher ran gehen, aber wir müssen immer entgegen der Windrichtung laufen, weil Büffel sehr sehr aggressiv sind und wenn sie uns riechen, dann würden sie versuchen uns zu töten... NA DER MACHT UNS JA MUT!!! ... Er ging dann immer näher und näher ran und meinte, wir müssen alle nah bei einander bleiben, weil es sonst so gefährlich ist. Gut, ich hatte so eine Angst, dass ich eh nah bei ihm geblieben wäre, aber zum Glück ist er dann irgendwann nicht noch näher ran gegangen und wir sind weiter in eine andere Richtung gelaufen, nachdem die Büffel aufgestanden sind und ihre Nasen schon verdächtig in den Wind gestreckt haben... 

Büffel


Aber dann ging das Highlight erst richtig los, denn im Hintergrund war noch ein Elefant zu sehen, der einsam und alleine auf der Wiese stand. Wir sind also näher ran gegangen- immer schön dem Ranger hinterher und haben noch eine andere Gruppe gesehen, die auch diesen Elefanten beobachtete. Plötzlich fing der Elefant, der vorher noch friedlich gegrast hatte, an auf uns zu zurennen und stellte seine Ohren auf... Dann hat er auch noch trompetet und ich dachte schon jetzt müssen wir alle sterben- oder zumindest einige von uns... Aber der Ranger sagte: Don't move!! Don't move!! Also sind wir nicht weggerannt, sondern sind einfach stehen geblieben und der Ranger hat mehrmals ganz laut in die Hände geklatscht und siehe da: Der Elefant stoppt, dreht ab und verschwindet im Wald! Der Ranger hat uns dann erklärt, dass der Elefant davon ausgeht, dass wir, wenn wir nicht abhauen doch stärker sein müssen als er, denn sonst hätten wir ja Angst und somit dreht er lieber selbst ab, da er sich selbst nicht gefährden will...

Mit aufgestellten Ohren rennt er los!!

Nach diesem Schock sind wir dann noch ein bisschen weiter gelaufen und dann zurück zum Hotel. Kurz bevor wir beim Hotel ankamen, sagte der Ranger dann wir sollen alleine weiter gehen, es wäre nur noch durchs Gebüsch und den Weg entlang und dann wären wir bei unserem Zimmer. Er gehe mit JayJay zum Büro und regle die Geldangelegenheiten. Wir haben dann noch aus Scheiß gesagt: Und was machen wir wenn ein Elefant kommt??
UND WAS IST NATÜRLICH GEKOMMEN??? 3 ELEFANTEN!!!!! Wir Mädels also ganz alleine mit 3 Elefanten die vor unserem Hotelzimmer standen... Wir sind dann auf Nummer sicher gegangen und sind hinterm Haus entlang gegangen und so in unsere Zimmer gekommen. Naja ist ja aber auch mal was: Die anderen hatten Affen vorm Hotelzimmer und wir hatten Elefanten :-P 

Im Gebäude links war unser Zimmer von der Zimmertür aus

Dann gab es aber erstmal Frühstück und danach konnten wir zwei Stunden lang in den Pool, bevor wir uns um 12 Uhr auf den Heimweg gemacht haben. Nach zwölfeinhalb Stunden Heimfahrt mit zwei kurzen Stops zum Essen sind wir dann auch wieder in daheim in Accra angekommen und konnten endlich wieder in unseren Betten schlafen. 

Ein Dorf auf der Fahrt noch ein Dorf Fatballs!!!

Der Tag gestern ist dann sehr friedlich verlaufen, nachdem es zuerst hieß, das Urteil werde um 6 Uhr morgens verkündet und dann hieß es um 10 Uhr gäbe es das Ergebnis- aber das war halt auch ghanaische Zeit - um 13 Uhr war dann klar, dass der Präsident Recht bekommen hatte. Der Oppositionschef habe sich dann schmollend zurückgezogen und müsse überlegen, ob er denn nun Krieg wolle oder nicht. Heute war dann eine Sitzung mit der Opposition, wo sie alle überlegt haben, ob sie Krieg wollen oder nicht, aber scheinbar haben sie sich dagegen entschieden, denn bis jetzt ist - abgesehen von vielen Hubschraubern und Sirenen- alles ruhig. Der Bus von Praktikawelten steht vorsichtshalber bei uns im Hof, falls doch was passieren sollte und wir schnell zur Botschaft oder zum Flughafen gebracht werden müssten, aber ich glaube nicht, dass er noch zum Einsatz kommen wird :-D 

Aburi

Montag, 19.08.2013

Am Sonntag sind wir mit dem TroTro nach Aburi gefahren. Wir, das sind Mareike, Yvonne, Michelle, Charlotte, Lina, Steffi, Vanessa und ich.
Uns wurde von Leuten aus dem anderen Haus geraten dort hin zu fahren, um auf dem Markt günstige Holzschnitzereien zu kaufen und den Botanischen Garten zu sehen.
Also haben wir uns um 9 Uhr auf den Weg gemacht und dann erstmal die Gruppe geteilt, weil man morgens zu acht unmöglich ein TroTro nach Kaneshi bekommt. Demnach haben wir uns in Accra an der Tema-Station wieder getroffen und haben dann von dort aus ein TroTro nach Aburi genommen. Die Fahrt hat ca. 1 Stunde gedauert und somit sind wir schneller als erwartet bei den Aburi Gardens angekommen. Aber es hat sich echt gelohnt!

Schöne Aussicht  


Schon auf der Fahrt nach oben (Aburi liegt auf einem Berg) hatte man eine traumhafte Aussicht (bei leider nicht so traumhaftem Wetter) und als wir oben angekommen sind, waren wir alle überrascht, wie sehr man saubere Luft zu schätzen lernen kann. 

So ein riesen Unterschied zur miefigen Accra-Luft mit dem ständigen Müllverbrennungsgestank und den Abgasen!! 

leider hat mich die Lianenschaukel nicht ausgehalten...Palmenallee Der stand auch mitten im Botanischen GartenEin Baum voller Schnitzereien Termitenhügel Kakaobohnen

Die Pflanzen waren a uch recht hübsch und wir hatten einen gemütlichen Vormittag in den Gärten. Zum Mittagessen sind wir dann in das Restaurant im Botanischen Garten gegangen un d haben die Stille genossen :-) Danach haben wir uns auf den Weg gemacht, den Markt zu suchen und sind erstmal quer durch Aburi gelaufen (was aber auch nicht schwer ist, da Aburi nicht wirklich groß ist ^^) 

 

Panoramablick über Aburi

Als wir den Markt dann endlich gefunden hatten, waren wir auch sofort alle in unserem Element: Souvenirs shoppen!! Die Preise waren wirklich günstiger als in Accra und so haben wir jede Menge schöne handgearbeitete Mitbringsel gekauft. Dann wollten wir auch schon wieder unseren Heimweg antreten und ein netter Verkäufer hat uns geholfen, ein TroTro zu bekommen. Der Fahrer war dann auch noch so nett und sagte uns, er würde uns direkt nach Accra bringen (eigentlich hätten wir zuerst in Madina umsteigen müssen) ABER wir sind ja hier in Ghana...

Irgendwann standen wir an einer Ampel an einer großen Kreuzung und der Fahrer drehte sich zu uns um und meinte: "There ist trouble" ... Ok, das haben wir uns auch schon gedacht, als wir die seltsamen Geräusche, die das Auto von sich gegeben hat, gehört haben. Letztendlich war das dann aber doch kein großes Problem, weil wir dann ausgestiegen sind und der Fahrer uns ein neues TroTro organisiert hat. Dieses ist dann sogar direkt Richtung Kasoa gefahren und hat uns somit ein weiteres Mal umsteigen erspart. Am Abend haben wir dann noch gemütlich beisammen gesessen und sind auch schon relativ früh ins Bett, weil heute wieder Projekt war und die anderen zur Nordentour aufgebrochen sind.

Schulfeste und Sonnenbrand

Samstag, 10.08.2013

Nachdem Anna meine Hautfarbe kürzlich als "nahezu Transparent" eingestuft hat, musste ich doch beweisen, dass ich das, was ich so viele Jahre lang Sommer für Sommer hart trainiert habe, noch immer gut drauf habe: SONNENBRAND BEKOMMEN!! Demnach hat sich meine Hautfarbe nun etwas geändert und ich habe mich auf der Farbskala von "Transparent" zu "gekochter Hummer" vorgearbeitet. Tjaja aber sowas passiert halt, wenn meine Big Mama in Deutschland sitzt und Ausbildung macht und meine Mutti (Steffi) heute morgen nach Cape Coast gefahren ist... das Kind kriegt nen Sonnenbrand...

frisch gekochter Hummer...immer noch nicht verlernt das sonnenbrand bekommen

Aber fangen wir mal von vorne an:

Heute hatten sehr viele Schulen Schulfest und natürlich war auf alle Schulfeste das ganze Haus eingeladen. Da aber sehr viele heute morgen nach Cape Coast gefahren sind, hat sich die Zahl der Schulfestgänger drastisch minimiert :-P 
Ich bin mit Lina, Sonja, Alina und Theresa zur Schule von Lina und Theresa gegangen, um deren Schulfest zu sehen. Es hieß, es geht um 9 Uhr morgens los und ist so gegen 12 Uhr fertig. So deutsch wie wir immernoch sind, waren wir also pünktlich um 9 Uhr an der Schule und durften den Schulhof in seiner vollen Pracht bewundern - denn etwas anderes konnte man nicht bewundern... es war noch NICHTS vorbereitet.

so viel war dann schon vorbereitet Die sieht man hier ständig so war es dann fertig vorbereitet

Wir haben uns also erstmal beim Rektor gemeldet und er meinte wir sollen uns noch kurz irgendwo hinsetzen (die Stühle standen auch noch nicht^^) und dann ginge es demnächst los. Nunja KURZ ist ja bekanntlich definitionssache... wir haben uns also eine Bank aus einem Klassenzimmer geholt und gewartet... Eine Stunde... Zwei Stunden... 3 Stunden... und dann war es auch schon 12 Uhr. Eigentlich wollten wir zu dieser Zeit ja schon wieder gehen, weil es Alinas und Sonjas letztes Wochenende hier ist und sie noch ins ArtCenter wollten und Lina und Ich noch auf das Schulfest von Mareikes und Yvonnes Schule wollten... war wohl nix!
Wir sind dann zum Schulleiter gegangen und haben gesagt, dass wir dann gehen wollten. Dieser meinte jedoch nur, es wäre "not nice" jetzt schon zu gehen, zumal solangsam die Eltern eintrudelten und da wäre es ja für den Ruf der Schule ganz schlecht, wenn die Obrunis schon vor beginn wieder abhauen. Gut bleiben wir halt noch. Er hat uns auch versichert, dass es jetzt sofort losgeht und wir nach 20 Minuten gehen könnten. Nach 20 Minuten ging es dann los! Ich hatte mich schon so drauf gefreut, weil ich dachte, dass viel getanzt und gesungen würde und man richtig feiern würde und so - Falsch gedacht!

Als es losging kamen ca. 15-20 Kinder auf den Hof marschiert, mit Maschinengewähren aus Holz in der Hand!!! Ich war geschockt! Die können doch keinen 10-Jährigen Kindern Holz-Maschienengewehre in die Hand geben, sie in Armee-Kleidung stecken und im Gleichschritt marschieren lassen!! Und so ging es dann noch eine Stunde lang. Sie sind nur marschiert und immer wieder haben zwischendrin die Eltern irgendwelche Freudenrufe reingerufen, weil sie es toll fanden, wie toll ihre Kinder mit Holz-Waffen umgehen können und auf Leute zielen können...

total krank!!!!

Mittlerweile war die Sonne auch soweit gewandert, dass mein kompletter linker Arm in der Sonne war- was die jetzt etwas unnatürlich rote Hautfarbe erklärt - und ich Dödel hatte natürlich vergessen, Sonnencreme mitzunehmen (morgens war es recht frisch und relativ bewölkt). Um kurz vor halb zwei sind wir dann einfach gegangen, weil es uns zu dumm wurde... 


Lina und ich sind dann wie gesagt noch zu dem anderen Schulfest in der P.Brainy Kids Academy gegangen und es war toll!! Als wir hingekommen sind, war die Party schon voll im Gange (es hat offiziell auch um 9 Uhr angefangen - es ging dann so gegen 11 Uhr los hat man uns gesagt). In der Mitte war eine Art Bühne und dort haben einige Kinder ganz toll getanzt. Sie waren alle schön bunt angezogen und die Stimmung war ausgelassen.

sie tanzen :-) und nochmal

Nach der Tanzeinlage ging es dann ans Verteilen der Zertifikate für die "Abschlussklasse" - den Kindergarten- das war soooo süß!!! Wie die kleinen Knöpfe da raus kamen mit ihren Roben und viereckigen Hüten und ganz stolz ihre Zertifikate bekommen haben.

süß oder ?

Und der Schulleiter hat extra immer wieder gesagt, dass die Eltern so stolz auf ihre Kinder sein sollen, weil ihre Kinder jetzt einen neuen Lebensabschnitt beginnen und es echt nicht leicht ist, diesen Abschluss zu machen und so :-) Das war richtig goldig!Dann haben sie nochmal alle getanzt und dann sind wir wieder nach Hause gefahren, wo ich den Daheimgebliebenen dann die Videos und Fotos gezeigt habe :-) 

Hochzeitstag

Mittwoch, 07.08.2013

Am Mittwoch war die Hochzeit von Alice unserer Putzfrau. Eigentlich war es keine richtige Hochzeit, da sie schon vor 25 Jahren geheiratet hat, sondern nur ein "Segen". Trotzdem war es super toll und echt eine Erfahrung wert. 

Wir haben uns nach dem Projekt alle schick gemacht und uns in die afrikanischen Roben geschmissen (sofern wir welche besaßen) und dann ging es nach dem Hausmeeting los.

Fertig für die Hochzeit

Wir waren insgesamt 29 Leute und haben uns in den TroTro für 20 Personen reingequetscht. Gestapelt und gequetscht ging das aber recht gut - mittlerweile sind wir ja im Stapeln und Quetschen geübt :-P 

Als wir ankamen sind wir also in die Kirche gegangen und der Gottesdienst hat begonnen. Ihr könnt euch garnicht vorstellen wie anders das war!! Bei uns hieß es ja sogar im Freiluftgottesdienst "Ich bitte Sie NICHT zu klatschen, da wir uns schließlich in einem Gottesdienst befinden!!" hier war das Motto genau umgekehrt: "Wir sind im Gottesdienst also klatscht und tanzt und lobt Gott!!".

alle am Tanzen :-) Der Auszug vom Chor Das Ehepaar

Es war so unglaublich toll, als plötzlich alle aufgestanden, nach vorne gegangen sind und dann getanzt und gesungen haben! Ich habe vom Gottesdienst zwar quasi nichts verstanden, da der Gottesdienst auf Twi war, aber die ganze Stimmung war ganz toll. Wir sind dann nach dem Gottesdienst raus gegangen und es wurden noch Fotos gemacht und dann hieß es auch schon wieder heimfahren. Unser Geschenk haben wir Alice dann am Freitag gegeben, als sie zum Dank, dass wir zu ihrer Hochzeit gekommen sind, für uns gekocht hat. Es gab mal wieder Jollof-Rice und noch Plain-Rice (also trockener Reis) mit einer super leckeren Soße. Also Leonüh hier wäre dein Paradies mit so viel Reis immer und überall!! :-P 

Veränderungen

Donnerstag, 01.08.2013

Montage sind auf der ganzen Welt doof!! Denn immer Montags reisen Mädels ab ... So war es also auch diesen Montag und sechs Leute, die mit uns angekommen sind und jeweils nur 4 Wochen geblieben sind, mussten gehen. Wie immer war es sehr traurig und wir haben fast alle geheult :-( Tja und jetzt sind sie weg... sie, das sind Lisa, Julia, Anna, Lena, Sarah und Timo. Irgendwie ganz komisch, denn sie sind ja immer da gewesen, wenn wir da waren...

Aber zum Glück sind auch viele sehr nette neue Mädels angekommen und jetzt sind wir ein reiner Mädchenhaushalt :-P Zwei sind schon Mittags angekommen, Steffi und Vanessa, und zwei sind dann abends gekommen(Annika und Laura).
Abends habe ich mich dann noch gewundert, weil ich mit einer Chantal geschrieben hatte, die auch am Montag ankommen sollte, sie aber nicht gekommen ist. Das hat sich dann am Mittwoch aufgeklärt. Es gab irgendwie Probleme mit dem Flug und deshalb musste sie eine unplanmäßige Zwischenlandung einlegen und kam somit erst am Mittwoch morgen an. 

Anfangs hatte ich ehrlich gesagt etwas Bedenken, weil ich ja bisher immer mit Lisa gekocht hatte und sie ja auch gegangen ist. Ich hatte etwas Angst, das mir dann die Motivation zum alleine kochen vollkommen flöten geht und ich mich somit nur noch von Instantnudeln und Obst ernähren würde aber gestern abend habe ich dann mit den neuen zusammen gekocht :-) Das hat richtig Spaß gemacht und Papa stell dir vor, wir haben Eier-Schlabber-Dotter-Suppe gegessen :-D Steffi und Vanessa nennen sie Klepper-Eier-Supp :-P Für alle denen das nichts sagt: Wir haben uns eine Tütenflädlesuppe gekocht und da ein paar Eier reingekloppt und gewartet bis sie so mehr oder weniger hart sind. 


Im Projekt war es gestern ganz beschissen dabei fing der Tag so gut an: Schon auf dem Hinweg (den ich alleine bestritt, weil Dani mal einen Tag mit Michelle ins Krankenhaus gehen wollte -als Volunteer) habe ich Mary getroffen und bin dann den ganzen Weg hin mit ihr an der Hand gelaufen und sie hat sich total gefreut als ich sie über die Pfützen gehoben habe und so :-) Außerdem hatte ich mir vorgenommen, mich nich so schnell nerven zu lassen wenn alle an mir rumzobbeln und rufen "Obruni Eraser" "Obruni Sharpener" "Obruni I no have pencil" - und nein, mein Englisch ist nicht so schlecht, aber sie sagen es wirklich so! 
Anfangs habe ich mit Lordina ihre Hausaufgaben gemacht, die sie zuhause nicht hinbekommen hat und es hat echt gut geklappt. Sie hat richtig verstanden, was sie machen soll und es sah auch einigermaßen gut aus :-P Dann habe ich vorgeschlagen, mit den Kindern ein Lied zu singen, bis es 9 Uhr ist und das Essen kommt.
Die Lehrerin wollte unbedingt, dass ich mit ihnen den "Hokey Pokey" singe also hab ich das gemacht. Dann noch "Two little hands" und dann habe ich etwas neues ausprobiert. Ich dachte mir, da sie ja eh jeden Morgen das "Morning Prayer", den "Psalm 88", den "Psalm 23, Vers 1" und irgendwas, bei dem ich immer "Aphitiansy" verstehe, sagen und "Good morning Jesus" singen, können sie auch "Er hält die ganze Welt in seiner Hand" singen und habe das mal ganz frei auf Jasmin`sche Art auf Englisch übersetzt und Strophen erfunden (weil ich die Originalstrophen nicht mehr wusste ^^). 

ABER DANN...

plötzlich war die Lehrerin weg und sie hat mir nicht gesagt, wohin sie gegangen ist oder wie lange sie wohl brauchen würde (danach hieß es sie war nur auf dem Klo - aber sie war 20 Minuten weg...). so weit, so gut, aber dann hat der eine kleine Junge, James, (ich gehe davon aus, dass er irgendwie geistig behindert ist und eine Aggressionsstörung hat (falls es sowas gibt)), angefangen sich mit jemandem zu prügeln. Ich also hingegangen und versucht ihn zu beruhigen.
Hat aba leida nich geklabbt... ^^
und somit hab ich ihn aus der Klasse genommen, in der Hoffnung er würde sich draußen wieder beruhigen. Doof nur, dass die anderen Kinder gesehen haben: Ok wenn wir uns schlagen, dann bekommen wir die Aufmerksamkeit vom Obruni... Also hatte ich plötzlich 38 Kleine Kinder vor mir, die sich die Köpfe eingeschlagen haben. Und nicht nur so spielerisch mal schlagen, sondern sie haben sich teilweise so heftig geschubst, dass sie mit dem Kopf gegen die Tischkante geschlagen sind und haben sich gegenseitig in den Bauch getreten (und mim Bauch ist ja eigentlich nicht zu spaßen... innere Blutungen und so...).
Ich hatte keine Ahnung, wie ich diesen wild gewordenen, schlagenden, beißenden, heulenden, tretenden Haufen wieder zur Ruhe bringen sollte und bin, nachdem ich einem älteren Schüler gesagt habe, er soll sofort die "Madam" holen- er es aber nicht gemacht hat, selbst zur Direktorin gegangen und hab ihr gesagt, sie solle bitte so schnell wie möglich kommen. 

Ihr kennt mich ja alle und wie das Sensibelchen nun mal so ist, kamen mir vor lauter Überforderung die Tränen und ich konnte ich garnicht mehr beruhigen. Ich war so aufgelöst, einfach weil ich keine Ahnung hatte, was ich tun sollte, weil ich die Kinder ja nicht schlagen wollte, aber sie gelernt haben "wenn die lehrerin mich nicht schlägt, dann meint sie es auch nicht ernst" und bisher bin ich eigentlich ganz gut zurecht gekommen mit dem "bösen Blick" und dann haben sie gespurrt, aber gestern hat einfach nichts geholfen... 

Naja ich hab dann gesagt, dass ich gerne nach Hause gehen will, aber Dora meinte, es geht nicht, weil ich noch nicht die Hausaufgaben in die Hefte geschrieben habe und es doch für sie zu viel arbeit wäre... also habe ich mich, brav wie ich bin, hingesetzt und habe angefangen die Hausaufgaben aufzuschreiben.
Nach einer halben Stunde kam dann Abby (eine von Praktikawelten) rein und fragte mich, ob ich, wenn ich heim gehe Laura mitnehmen könne (sie ist bei mir im Projekt und jetzt sogar in der Klasse). Ich habe dann gesagt, dass ich eigentlich demnächst gehen wollte und habe natürlich wieder angefangen zu heulen, denn wenn Jasmin einmal angefangen hat, kann sie sich ja nicht mehr beruhigen... Abby hat dann gesagt, sie nimmt mich jetzt mit nach hause und hat das auch der Lehrerin erklärt und dann sind wir nach hause g der egangen. Der Nachmittag und Abend war dann echt ok und wir haben zuerst ein bisschen auf der Dachterrasse gesessen und gelesen/geschlafen und dann haben wir abends unten gesessen und geredet. Heute war dann im Projekt alles wieder ok und es war wie immer- relativ langweilig. 

Das lilane ist das das vordere ist mein Klassenraum im obergeschoss der ausblick vom obergeschoss

Weihnachten im Sommer

Sonntag, 28.07.2013

Gestern sind wir um 5 Uhr morgens aufgestanden, um mit unserer Rektorin vom Projekt in die Eastern Region zu fahren. Wir haben extra schon am Vorabend unsere Brote geschmiert und Sachen gepackt, weil wir schon um 5.30 Uhr an Block-Factory (unserer TroTro-Station) sein sollten, um abgeholt zu werden. Also standen wir um 5.30 Uhr an der TroTro-Station, weil wir uns nicht sicher waren, ob die Rektorin davon ausging, dass sie pünktlich sein sollte, weil wir europäer sind oder ob sie sich Zeit lassen würde, weil wir in Ghana sind. Zweiteres war dann der Fall und wir standen bis um 6.15 Uhr da und haben gewartet, bis sie endlich kam (sie hat um 5.50 Uhr angerufen und gesagt, dass sie fast da sei :-P)
Als sie dann da war, haben wir uns ins Taxi gequetscht (die Madam, die nicht gerade die dünnste ist, wollte irgendwie unbedingt hinten sitzen) und haben so die nächsten 3,5 Stunden verbracht- auf einer Hubbelpiste schlechthin... Leider gab es hinten auch keine Kopfstützen, weswegen uns immer wieder der Kopf weggenickt ist...

Irgendwann sind wir dann in der Senior High angekommen (hier kommen die Waisenkinder aus unserem Projekt hin, wenn sie die Junior High abgeschlossen haben), die auch der Rektorin gehört und haben dort gefrühstückt.
Ich sage euch, wenn ich heimkomme bin ich abgehärtet!!! Nicht nur, dass wir eigentlich schon vor dem Losfahren gefrühstückt haben, das Ding war, WAS es gab: Nudeln (soweit ja ok) mit Lauch (meinetwegen- habe ich mich mittlerweile auch dran gewöhnt), Ei, Hühnchen und FISCH!!! Und nicht irgendein Fisch!! Es war dieser Fisch, der überall verkauft wird und so bestialisch auf dem Markt stinkt!! und dann hat das Ei auch noch den Geschmack von dem Fisch angenommen... Naja ich hab mich durchgequält, denn man möchte ja auch nicht unhöflich erscheinen und habe um den Fisch rumgepickt und die Nudeln waren auch echt ok. Aufgegessen haben wir dann nicht und waren froh, als wir gefragt wurden, ob wir satt seien. 

Dann ging es weiter und wir sind mit der Rektorin und ein paar älteren Mädels von der Senior High in ein kleines Dorf gefahren. Dort stand dann die "Schule" wobei man es eigentlich nicht so nennen kann, weil das Schulhaus und Waisenhaus letztes Jahr eingestürzt ist und jetzt neu aufgebaut wird. Wir haben dann mit den Kindern gespielt und sind mit ihnen Seil gesprungen.

Die Ein Teil des Schulgeländes
Irgendwann sind wir auf die Idee gekommen, die Seifenblasen rauszuholen und die Kinder haben sich sooooo gefreut!! Das war so süß wie sie alle um uns rum standen und "Me Madam! Madam! Me! Me!" gerufen haben, weil sie alle mal ein paar Seifenblasen machen wollten. Die Rektorin hat währenddessen mit den Senior High Mädels gekocht.
Dann haben wir noch die Luftballons rausgeholt und das war dann das Paradies für die Kinder! Dieses Leuchten in ihren Augen, als wir ihnen die Luftballons gegeben haben... das kann man garnicht beschreiben!

Seifenblasen Ballons Me! Madam! Me! sie wollten immer, dass wir die Ballons fotografieren, weil sie sie so toll fanden :-P

Später hab ich mich dann mit dem Bruder der Rektorin unterhalten und er hat mir erklärt, dass die Kinder dort alle maximal einmal im Jahr einen Luftballon sehen und das auch nur an Weihnachten. Somit gab es diesmal Weihnachten im Sommer :-)

Ich war ziemlich geschockt, als er mir dann noch erzählt hat, dass die Kinder wahrscheinlich außer diesem Essen, was wir mitgebracht hatten und die Rektorin gerade kochte, heute noch nichts gegessen haben und evtl auch morgen nichts bekommen würden, einfach weil sie so arm sind...
Er hat auch gesagt, dass es unglaublich toll ist, dass wir da sind, weil so die Kinder einen Anreiz haben, Englisch zu sprechen. Denn sonst als sind sie zu schüchtern oder trauen sich nicht oder ähnliches, aber es lohnt sich für sie echt, Englisch zu lernen, wenn sie sich dann mit den Obrunis unterhalten können (auch wenn es nur 1 oder 2 Sätze sind :-P) 

Die Kinder waren alle zuckersüß, aber ein Mädchen, Hannah, ist mir gleich von anfang an aufgefallen. Sie ist 2 Jahre alt und ich weiß nicht warum, aber sie hat mich sooooo dermaßen an Julia Kreider erinnert. Für alle die sich jetzt fragen, wer das ist :-P das ist die Tochter von Claudia - aus dem Chor- bei denen ich auch schon Babysitten war und so :-) Einfach die Art, wie sie geredet hat, sich bewegt hat und einen Schmollmund gemacht hat, als ihr etwas nicht gefallen hat und so ... in dem Moment hatte ich das erste Mal ein ganz mini bisschen Heimweh ...
uiii Claudi ich muss euch unbedingt besuchen kommen, wenn ich wieder da bin!!! 
Die kleine war sooooo goldig!!! 

die kleine Hannah das mit dem auf Fotos lächeln hat sie noch nicht so ganz drauf :-P Schmollmops :-P schön :-)

Naja jedenfalls haben wir dann später das Essen verteilt und dann haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Nochmal 3,5 Stunden Hubbelpiste zurück... So gegen 18.00 Uhr sind wir dann daheim angekommen und haben uns geduscht und mal wieder einen Maiskolben und Fried Rice geholt. Die Maiskolben sind so lecker hier! Die werden nicht zuerst gekocht, bevor man sie grillt sondern direkt auf den Holzkohlegrill gelegt. Dann nehmen sie dieses tolle Aroma an und es ist super lecker! 

auf dem Heimweg teilweise war die Straße etwas überflutet Palmen - Urlaub :-P

So gegen 22 Uhr sind wir dann nach nem Choice (Baileys in Plastiktütchen zum praktischen Mitnehmen :-P) los zur Raggae-Night am Strand, wo mir dann einer der Jungs von draußen seine Liebe gestanden hat... aber es ist ok für ihn, wenn wir nur Freunde bleiben :-P sooo lustig - ich kenn ihn seit 3 Wochen... Für alle, die sich jetzt fragen, wer die Jungs von draußen sind: Vor unserem Haus stehen abends immer so 15-20 Jungs rum, die darauf warten, dass ein paar von den weißen Mädels aus dem geheimnisvollen Haus rauskommen und sich mit ihnen unterhalten oder mit ins Pub gehen oder so. Für die muss das ja echt interessant sein... jede Woche kommen ein paar neue Mädels und die bleiben dann mehr oder weniger lang. Und die Jungs haben einfach keine Ahnung, was sich hinter den großen Mauern verbirgt, weil ja kein Unbefugter aufs Gelände darf :-P 

Eigentlich wollten wir dann nach der Raggae-Night noch ins Pub (so gegen 2.30 Uhr) aber das Pub hatte dann schon geschlossen, weil es scheinbar eine Schlägerei gegeben hatte also sind wir nach Hause und lagen dann so gegen 3 Uhr im Bett :-) Und heute gammeln wir einfach rum, weil es regnet und Sonntag ist und so... und wir tauschen die Bilder aus ...

K(l)eine Dinge, die die Welt verbessern

Mittwoch, 24.07.2013

oder auch nicht?! Jedenfalls bin ich heute mit einem sehr guten Gewissen und mächtig stolz nach Hause gegangen:

Die Kinder mussten ein Diktat schreiben. Das heißt ich habe mir 10 Buchstaben ausgesucht und diese an die Tafel geschrieben. Dann haben wir sie eine halbe Stunde lang "gelernt" was soviel heißt wie, dass ich auf einen Buchstaben gezeigt habe und die Kinder gebrüllt haben, wie er heißt. Leider können nur ein paar die Buchstaben schon und die anderen haben nur nachgeplappert. Aber gut, vielleicht lernen sie es so auch ...
Nach einer knappen halben Stunde nachplappern hat Dora (die Lehrerin) mit dem Diktat angefangen und die Tafel gewischt. Die Kinder mussten dann zuerst die Zahlen von 1-10 aufschreiben und dahinter Platz lassen, um dann später die diktierten Buchstaben aufzuschreiben.  
Natürlich hat das fast die ganze Klasse nicht verstanden und somit hieß es dann für jeden falschen Buchstaben gibt es 2 Schläge und falls nichts da stünde für jedes freigelassene nochmal 5 Schläge...

an dem Punkt habe ich mir schon gedacht: Oh gott wie soll man die Kinder je wieder beruhigen danach...
denn die meisten haben mit ach und krach die Zahlen hinbekommen hinzuschreiben, haben dann aber nichts dahinter geschrieben.
Irgendwann hieß es: Stifte hinlegen, Hefte einsammeln und Dora hat die hat das Diktierte benotet. Letztendlich durften sich 5 Kinder hinsetzen und der Rest (ca. 20-25) (nur die KG1 musste mitschreiben - die Nursery Kinder nicht) musste sich an der Wand aufreihen und ihre Hände nach vorne strecken und warten, bis sie geschlagen wurden.

Das wollte ich mir aber nicht mit ansehen und deshalb habe ich Dora den Vorschlag gemacht, von "Peitsche" auf "Zuckerbrot" umzusteigen und einfach die Kinder, die es gut gemacht haben, zu belohnen und für die anderen ist es ja Strafe genug, wenn sie nichts als Belohnung bekommen.
Zum Glück hatte ich heute morgen noch 4 kleine Päckchen Gummibärchen eingepackt (falls mal jemand Geburtstag hat oder so) und dann bin ich noch los und habe am Kiosk eine Tüte Lollis gekauft. Dora hat den Vorschlag auch erstaunlich gut angenommen und danach - zumindest heute- niemanden mehr richtig geschlagen. Stattdessen hat sie mehrmals gesagt: "Wenn ihr nicht leise seid, bekommt ihr keinen Lolli" und das hat - Oh Wunder- auch funktioniert. Bestechung ist eben doch alles :-P 

Jetzt haben Lisa und ich uns vorgenommen, immer mal wieder Süßigkeiten zu kaufen, um die Schläge möglichst wenige zu halten. Und wir wollen  mal gucken ob es hier irgendwo Sticker oder Stempel oder sowas gibt, weil man damit ja auch gut belohnen kann. 

Nun gut, das war also die kleine Geschichte vom Welt verbessern :-) 

Am Montag sind Annika und Lena mit uns ins Projekt gekommen, weil ihr Projekt Ferien hat und sie nicht die ganze Zeit zuhause hocken wollten. Wir kommen also morgens in der Schule an und die Madame (also die Direktorin) verkündete uns, dass zwei von uns heute in die Form 1 (die Kinder sind ca. 9 Jahre at) müssten, weil dort der Lehrer krank sei. Gut dann sind Lena und ich also in die Form 1 gegangen, die dann doch einen Lehrer hatte weil einfach Form 1 und Form 2 zusammengelegt wurden (also insgesamt ca. 45 Kinder) und wir haben mit ihnen ein Diktat geschrieben und es schließlich benotet.
Dann haben wir den Hokey Pokey angeschrieben und gesungen und die Kinder hatten es voll drauf. Später sind wir dann auch rausgeganen und haben dort nochmal den Hokey Pokey gesungen und die anderen Klassen haben es durch das Fenster gesehen und ganz laut mitgesungen :-D Dann sind wir wieder rein und die Kinder haben einen Rythmus geklatscht. Das war sooo cool!! Zuerst sollten die Mädels einen Takt klatschen und irgendwann sind die Jungs dann mit einem anderen eingestiegen und es hörte sich so toll an. Danach hab ich natürlich auch unseren Takt aus dem Chor gezeigt und die Kinder haben es voll verstanden :-) Dann hat der Lehrer ein Mädchen nach vorne gerufen und mir gesagt, ich sollte meinen Takt klatschen und dann hat dieser kleine Pimpf von 8 Jahren da vorne gestanden und hat gerappt!! Ich dachte ich krieg mich nicht mehr :-D 

Naja dann sind wir um 12 Uhr gegangen und haben zwei Mädels verabschiedet, die Heimgefahren sind und wir haben gewaschen. Ich hatte so viel zu waschen und ich sage euch es ist echt nicht schön, bei Wind Handtücher mit der Hand zu waschen, wenn man nicht auf die Idee kommt sich mit der Windrichtung hinzusetzen.Nun gut es hat dann doch geklappt :-) Und heute hat es übrigens total geregnet (bzw. zum Glück war es schon viel weniger stark als wir heim sind) und wir sitzen alle in langen Klamotten rum und frieren, während ihr euch in Deutschland kaputt schwitzt...

hier noch ein paar Fotos :-) 
Das müssen sie immer machen wenn die Lehrerin ihre Ruhe haben will - Schlafen...  Das ist die Pampe, die die Kinder immer zu essen bekommen Esu und ich :-) Der ist sooooo knuffig Lordina beim Essen und das ist Dora, die Lehrerin Ohh meine kleine Blessing!! Sie wurde heute in eine andere (höhere) Klasse gesteckt weil sie angeblich zu alt für unsere ist (aber in Wahrheit hat die Lehrerin sie einfach nur auf dem Kieker und hasst sie...) Die Straße runter links ist unser Projekt Ja es hat ein bisschen geregnet... und nochmal nass Dani und ich in unseren Afrika-Kleidern. Ich weiß meins macht voll fett aber es ist afrikanisch !!

Doppelte Geburtstagsgrüße bzw. Art Center und Strand

Sonntag, 21.07.2013

Heute hat meine liebe große Schwester Geburtstag also auch hier nochmal in aller Öffentlichkeit: ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG INA!!! Ich hab dich ganz dolle lieb :-*


Am Samstag morgen haben wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Art Center gemacht. Zuerst lief alles super und wir sind sehr schnell in Kaneshi angekommen. Dort mussten wir dann umsteigen und haben auch schnell einen TroTro nach Accra gefunden, der uns zum Art Center bringen sollte - DACHTEN WIR!! naja letztendlich hat der Mate scheinbar nicht wirklich englisch verstanden und die Antwort, die er mir gegeben hat als ich gefragt habe, wo wir zum Art Center aussteigen müssen, war scheinbar nur seine Endstation. Denn irgendwann hieß es: Last Station. Gut wir steigen also aus und denken uns, dass es ja dort schon gleich sein muss.
Falsch gedacht- zuerst haben wir dann jemanden gefragt, wo wir denn hin müssten und der hat uns den Weg dann erklärt. Gut wir fünf also in einer Karavane losgetrottet und der Beschreibung gefolgt. Nach einer knappen halben Stunde laufen haben wir dann lieber nochmal nachgefragt. Wir wurden also weiter geschickt und dachten auch jetzt wäre es nicht mehr weit. Nach dem dritten Mal fragen, hat sich dann ein Ghanaer erbarmt und hat uns den Weg gezeigt.

Dann war es vollbracht und wir waren im Art Center angekommen. 1 1/2 Stunden später als gedacht - aber Zeit spielt hier ja sowieso nicht so eine große Rolle :-) Dort haben wir uns dann zuerst mal eine Kokosnuss gegönnt und das Kokoswasser hat sooo gut getan!! Bevor es dann über den ganzen Markt zum Shoppen ging, sind wir zuerst zu David gegangen, um unsere Trommeln zu bestellen. David meinte dann aber nur, er habe gerade Essen bestellt und wir sollen doch später nochmal kommen.
Gesagt, getan - wir also erstmal auf den Markt gegangen und ausgiebig geshoppt. Unter anderem habe ich ein Afrika-Kleid gekauft - also falls wir im Chor nochmal ein Afrikakonzert machen sollten bin ich jetzt vorbereitet :-)
Dann natürlich noch jede Menge Armbänder und Mitbringsel für euch :-) Und ich habe mir ein ganz tolles Armband machen lassen, auf dem jetzt mein Name in den Ghanafarben gestickt ist.
Nach einer Zeit sind wir dann wieder zu David gegangen und haben unsere Bestellungen aufgegeben.

Uiii ich freu mich schon so auf meine Trommel!! Es wird eine Djembé in Lila mit einem Elefanten, einer Giraffe und einem Umriss von Afrika drauf. Und unten drauf wird stehen "Jasmin Ghana 2013". Ich bin sooo gespannt wie sie aussehen wird und kann es kaum erwarten, bis ich sie endlich ausprobieren kann. Schließlich wird sie extra für mich angefertigt und somit kann ich sie nicht vorher ausprobieren. Letztendlich werde ich für die Trommel wahrscheinlich 70 Cedi ausgeben - das sind 26 € - und das ist ja wohl echt nicht viel!

So gegen 16 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht. Zuerst haben wir uns durch Accra gekämpft, ohne eine Ahnung zu haben, wo wir eigentlich hin wollen... aber dann haben wir irgendeinen Polizisten gefragt wie wir nach Kaneshi oder nach Kasoa kommen und der hat uns dann den Weg zum TroTro gezeigt. Er hat uns sogar begleitet, wobei man eigentlich nicht von begleiten reden kann... er ist vorne weg gerannt! Ich also schnell hinterher danach die anderen aber es ist ziemlich schwierig, als Gruppe von 5 Personen jemanden über einen ghanaischen Markt hinterher zu rennen. Letztendlich haben wir es dann doch in den richtigen TroTro geschafft und hatten eine aufregende Fahrt nach Hause.

Im ersten TroTro Richtung Kaneshi saß ich neben zwei jungen, schlanken Ghanaern und es war schon ziemlich eng auf der Sitzbank (natürlich eigentlich nur für 2 Personen gedacht). Dann kam aber eine etwas ältere Big Mama rein und der eine neben mir, vorbildlich wie er ist, steht natürlich auf und macht der Big Mama platz. Nur blöd, dass da kein Platz war- so saß also die ganze Fahrt die Big Mama quasi auf meinem Schoß und fragte mich nach halber Strecke, ob ich nicht noch rutschen könne ... NEE KANN ICH NICHT!!! Contenance!! (oder wie auch immer man das schreibt :-P) naja sie hat dann kapiert, dass kein platz mehr ist, um zu rutschen und dann waren wir auch schon in Kaneshi.

Dort ging es dann super und gleich das zweite TroTro fuhr in unsere Richtung, nach Kasoa. Aber wir sind ja in Ghana und deshalb läuft keine Fahrt ganz normal ab. Ausnahmsweise waren keine Löcher im Boden aber dafür gab es einen Prediger. Der hat die ganze Fahrt ( 45 Minuten) gepredigt!! Aber nicht gepredigt wie bei uns mit eintöniger Stimmlage à la "Meine lieben Brüder und Schwestern" sondern aus vollem Herzen! Der stand da vorne und ich war mir nicht sicher, ob der uns jetzt anschreit weil wir etwas falsch gemacht haben oder weil er einfach so überzeugt ist, von dem was er sagt. Ich hab teilweise echt Angst gehabt und habe mich gehütet ihn anzuschauen, aber das darf man ja hier auch nicht so eng sehen :-P
Zwischendrin kam dann immer wieder ein "Hello" von ihm, worauf dann alle Anwesenden mit "Hi" antworten mussten (lernen sie hier schon in der Schule, dass das quasi heißt "Hallo hört ihr mir noch zu?") und oft mal ein "Hallelujah" oder ein "Praise the Lord" oder auch mal einfach nur "Amen". Irgendwann haben wir dann auch diese Fahrt hinter uns gebracht und waren um viertel nach sechs daheim. Dann erstmal duschen und umziehen und dann haben wir uns auf die Dachterrasse gechillt. Das war echt toll (wenn man von den Mückenstichen absieht, die ich jetzt habe) und eigentlich wollten wir dann noch ins Pub gehen, aber wir sind dann alle auf der Dachterrasse eingeschlafen und am Ende sind nur noch Lena und Dani ins Pub gegangen und der Rest ist schlafen gegangen. 

Heute morgen habe ich dann erstmal das Buch fertig gelesen, das ich hier gefunden habe. Evermore - ist echt gut wenn einem Twilight gefällt :-P Die anderen sind dann zum Shoprite gelaufen während ich meinen Geburtstagsanruf erledigt habe und noch ein bisschen im Internet war und mit Melanie geschrieben habe, die auch am 05.08 herkommt.

Mittlerweile ist es bei euch ja schon fast der 22.07 also ALLES GUTE ZUM GEBURTSTAG MELANIE :-) 

Dann haben wir uns auf den Weg zum Strand gemacht. Dort angekommen hat Dani erstmal einen Großeinkauf erledigt und unzählige Hosen und Kleider gekauft. Gut für Annika und mich, denn die Verkäuferin meinte, jeder von uns dürfe sich noch etwas aussuchen, was sie uns schenkt, weil Dani so viel gekauft hat. Somit habe ich jetzt ein Halstuch mehr :-) 

Dann haben wir uns hingelegt und ich habe mich schlafend gestellt, weil dann schon der erste Ghanaer kam und sich Dani unterhalten hat.

Und dann fing es an: Ich dachte ja - Ohja in Afrika wird keiner mehr sagen : mein Gott bist du weiß! weil wir dort alle "Obrunis" sind und denen eh nicht auffällt, wer braun ist und wer nicht... FALSCH GEDACHT!!! Schon dieser Typ fragte nach 5 Minuten Dani mit einem Blick auf mich "Why is she so white?" Er meinte wir seien ja alle weiß - aber SOOO weiß habe er noch nie gesehen... Na danke :-(  
Irgendwann haben wir es dann geschafft, auf ein anderes Thema zu kommen und er erzählte uns, dass er so toll massieren könne. Obwohl Dani Nein gesagt hat, auf seine Nachfrage, ob er sie massieren dürfe, hat er also angefangen Dani zu massieren und uns seine Lebensgeschichte zu erzählen.
Als ich dann irgendwann wieder rüber geschaut habe, wurde mir klar: Nein die Ghanaer haben keine Berührungsängste! Er war bei ihrem Kopf angekommen und kraulte ihr die Ohren... naja immer wieder kam dann ein "Wie soll ich den denn jetzt abwimmeln?? HIILFE!" von Dani und wir überlegten fieberhaft, wie man einem netten jungen Mann klar machen kann, dass man nicht von ihm massiert werden will...

Zum Glück kamen dann bald die Jungs, die immer bei uns vorm Haus stehen und wir konnten ins Wasser. Die Jungs haben dann den Kerl abgewimmelt und als wir aus dem Wasser gekommen sind, meinten sie nur, wir sollen schnell kommen und müssten uns umlegen, weil der Massage-Kerl nur kurz was holen wollte.
Schnell alle sieben Sachen zusammengesammelt und weiter gezogen. 

Am neuen Platz kamen dann auch die restlichen Jungs und schon wieder waren zwei von ihnen sooo fasziniert wiee weiß meine Haut doch sei!! Gut also wieder versucht zu erklären, dass auch Obrunis unterschiedliche Hauttöne haben und dass Blonde nunmal heller sind als dunkelhaarige... gut, der eine (Parker) hat dann Annika gefragt, ob sie meint, dass er mal meine Haut anfassen dürfe - also hat er mal meinen Arm berührt und war ganz fasziniert von der Weiße meiner Haut... na toll... Zurück im Haus hat mir dann Anna erzählt, dass sie auch von einem angesprochen wurde, ob die in der Mitte (also ich) erst gestern angekommen ist und warum sie so weiß sei... ok, ich (oder besser meine Haut) bin hier also eine Attraktion solange ich noch nicht dunkelweiß geworden bin ... aber ich gebe mir echt Mühe UND wenn man mich ganz alleine sieht (also vorallem ohne Annika - die einfach schon ein halber Obibini ist) kann man auch schon erahnen, dass ich dunkelweiß geworden bin.  Dann haben wir uns auch auf den Heimweg gemacht und die Jungs haben uns noch bis vors Haus begleitet.

Und YES!!! ich habe heute 3 mal gesagt bekommen wie toll mein Englisch doch sei (und eine davon war eine Amerikanerin!!)  Hihi- das macht glücklich :-) Naja wir gehen jetzt gleich noch raus zu den Jungs und ich hab keine Ahnung, was wir dann machen - aber ich lasse mich einfach überraschen. 

Apollo Ahoi

Donnerstag, 18.07.2013

In der Schule haben wir am Dienstag den Körper gelernt. Also durfte ich als erstes einen Jungen aus dem Arbeitsbuch der Lehrerin an die Tafel malen... ICH !!! Ihr kennt ja meine künsterischen Fähigkeiten... aber überraschenderweise hat man den Jungen dann doch erkannt und die Kinder sollten sagen was man mit den verschiedenen Körperteilen machen kann. Die Musterlösung stand auch schon im Lehrerbuch und hat mich doch etwas verwundert. Klar, mit den Füßen läuft man und mit den Augen sieht man. Mit dem Mund sprechen ist ja auch noch ganz normal. Eigentlich würde man jetzt davon ausgehen, dass man mit der Nase riecht und mit den Händen fühlt oder tastet (um die Sinne zu lernen) aber nein! Die Nase ist zum Atmen da - also gut verstehe ich ja noch - aber über die Hände musste ich echt lachen! Da stand im Arbeitsbuch der Lehrerin: "I use my hands to eat" - OK bei uns lernen die Kinder in dem Alter, dass man die Hände eben nicht zum Essen benutzt, sondern Messer und Gabel, aber wir sind hier halt doch in einer anderen Kultur. Ich habe mich ja auch schon darauf eingestellt, hier immer mit der rechten Hand zu essen (die Linke gilt als unrein) aber komischerweise musste ich das noch gar nicht. Einige Kinder bringen sich auch immer ihre eigenen Löffel mit in die Schule zum Essen.


Der Schulweg ist auch immer total lustig, weil wir nach dem TroTro fahren nochmal ca. 10 Minuten laufen müssen. Und da laufen wir halt durch ein kleines Dorf, wo man auf den ersten Blick oft nicht erkennt, ob es sich bei dem dunklen, bewegenden Dingern um Hühner handelt oder um Plastiktüten, die vom Wind aufgewirbelt werden. Das mit den Plastiktüten und dem Müll generell ist hier sowieso ein Problem... es gibt keine Straße (wenn man die sandigen Wege denn Straßen nennen kann) auf der nicht mindestens 100 Plastiktüten rumliegen.

Müll ... ein kleiner Ausschnitt von unserem Schulweg

Auch Rasierklingen liegen immer wieder mal rum, weshalb man niemals ohne Schuhe unterwegs sein sollte... Es ist immer goldig wenn wir morgens ins Projekt gehen und immer die gleichen kleinen Ziegen sehen (die eine hat irgendeinen roten Farbklecks auf der Rechten Seite von daher erkennt man sie gut). Meistens schreien die dann immer so richtig "Mäh" und suchen wahrscheinlich ihre Mutter oder so. Manche kämpfen auch mit ihren Mini-Hörnchen und das sieht dann so goldig aus...

die Kämpfer-Ziegen :-P


Naja nach der Schule sind wir dann heim, haben uns etwas zu essen gemacht und gewaschen... mal wieder... Beim Waschen hat es dann schon angefangen, dass ich dachte ich hätte was im Auge und hab es dann rausgewischt. Nach ca. 5 Minuten hatte ich aber wieder das Gefühl, und bin dann mal reingegangen und hab am Spiegel geguckt. Naja dann hatte ich in jedem Auge einen kleinen Schleimklumpen, hab den mit nem Tempo rausgemacht und hab weiter gewaschen. Ich war dann zum Glück auch schon fast fertig mit waschen und hab mich dann nach oben auf die Terasse gesetzt. Das Spiel mit den Augen hat sich dann aber ständig wiederholt und irgendwann hat mir Lisa dann ein paar Augentropfen gegeben und die hab ich reingemacht. Naja besser geworden ist es dann erstmal nicht... Ich hab dann mal die anderen gefragt und die meinten vllt ist es eine Bindehautentzündung und ich solle mal Kamillenteebeutel drauf legen. Das hab ich dann auch getan und es hat echt gut getan für den Moment. Danach ging es aber wieder los mit dem Schleimen und ich hatte mittlerweile auch einen ziemlichen Druck auf den Augen, sodass es auch weh getan hat. 

Da ich ja vor meiner Zeit hier schon den Blog von einem anderen Mädchen verfolgt habe, die auch da war, hatte ich schon die leise Vermutung, dass es sich vllt um das sogenannte "Apollo" handeln könne, von dem sie auch nicht verschont geblieben ist. Ich also erstmal gegoogelt und herausgefunden, dass es sich bei Apollo um eine akute hemorrhagische Konjunktivitis (oder sowas) handelt, sprich eine Bindehautentzündung die vorallem in Ghana weit verbreitet ist und durch den Kontakt von Augen mit verunreinigtem Wasser (also quasi immer beim Duschen) entsteht. Ich hab dann nochmal weiter gegoogelt und herausgefunden, dass es noch eine andere Form der Bindehautentzündung gibt, die sich Epidemische Bindehautentzündung nennt. Bei dieser Form hat man scheinbar gleichzeitig noch eine Erkältung- was bei mir voll zutrifft. Denn ich kämpfe jetzt schon seit 2 Wochen mit dieser Erkältung und sie ist seit ein paar Tagen wieder schlimmer geworden. Also kann es auch sein dass es diese Art der Bindehautentzündung ist. Aber welche auch immer- man kann sowieso nur symptomatisch behandeln und muss es einfach aussitzen. Ich bin dann am Abend schon um 18.30 Uhr ins Bett und habe versucht zu schlafen, wobei die Augen die ganze Zeit am Triefen waren und jedes Mal wenn ich aufgewacht bin komplett verklebt waren, sodass ich erstmal Mühe hatte sie wieder irgendwie aufzubekommen. Naja irgendwann war die Nacht dann rum und ich habe beschlossen, nicht ins Projekt zu gehen und habe mir stattdessen einen gemütlichen Tag im Haus gemacht.

Mittags war dann Haus-Meeting und Ebenezer (Supervisor- also der Chef von Praktikawelten in Ghana) und Penny sind gekommen und ich habe mit Ebenezer gesprochen. Er hat dann gesagt, dass es wahrscheinlich Apollo ist und ich lieber bis Montag nicht ins Projekt gehen solle weil es super ansteckend ist. Die Leute hier sagen, wenn du einem mit Apollo in die Augen guckst, bekommst du es auch... Dementsprechend hat er auch gesagt, dass es bei mir zwar in spätestens 4 Tagen weg ist, ich aber vorher ein tolles Geschenk an jemand anderem aus dem Haus geben werde. Ich hoffe jetzt, dass ich niemanden anstecke und desinfiziere immer fleißig die Hände und halte meine Hände von den Augen fern und so, aber wir werden sehen, ob das reicht... Naja jetzt tut es jedenfalls nicht mehr weh und ist auch schon wieder abgeschwollen (jetzt habe ich nurnoch lustige rote Punkte im Auge :-P), sodass ich heute und morgen einfach gemütlich zuhause bleiben darf, ohne irgendwelche Probleme zu haben (mal abgesehen von der bescheuerten Erkältung die ich einfach nicht loswerde...)

Also macht euch keine Sorgen es ist alles halb so wild und mich hat es scheinbar auch vergleichsweise harmlos erwischt, denn eigentlich hat man bei Apollo 3-4 Tage lang sehr starke Schmerzen und ich hatte sie nur 1 Tag und auch nur so mittelstark...

Das war jetzt heute morgen wo alles schon wieder relativ weg ist...


Gestern Abend haben wir dann noch so ca. ne Stunde lang mit unserem Watchman Emanuel (der, der aufpasst, dass kein Unbefugter auf unser Grundstück kommt) getrommelt und es hat echt gut geklappt. Jetzt freue ich mich schon sehr auf Samstag, weil wir da ins Artcenter gehen und unsere Djembes bestellen.

Shai Hills und Wli Waterfalls

Montag, 15.07.2013

Am Samstag morgen ging es mir dann wieder etwas besser und so sind wir um 5.00 Uhr morgens aufgestanden, um pünklich um 6.00 Uhr los zu gehen. Das pünklich um 6.00 Uhr wurde dann zu 6.20 Uhr aber trotzdem hat alles noch super gepasst. Zuerst sind wir nach Kaneshi gefahren und sind dort in einen Tro-Tro nach Accra umgestiegen. An der Tema-Station in Accra angelangt, haben wir dann einfach einen x-beliebigen Tro-Tro-Fahrer (bzw. den Mate) angesprochen und gefragt von wo aus die Tro-Tros zu den Shai Hills fahren. Zuerst hat dieser Mate etwas irritiert geguckt und wusste scheinbar nicht, was die Shai Hills sind, bis er dann mit einem anderen gesprochen hat und uns gesagt hat wir sollen doch einfach einsteigen.
Gesagt, getan und so sind wir dann nach einer dreiviertelstunde losgefahren und haben uns gewundert als es in Tema dann hieß: Last Station! Ok... steigen wir halt aus... aber das war dann doch kein Problem denn der Mate hat uns dann zum nächsten Tro-Tro gebracht welches dann direkt zu den Shai Hills gefahren ist.

Insgesamt haben wir so ziemlich viel Geld gespart denn die anderen (wir haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt weil es so angeblich besser zu reisen ist) haben 12 Cedi bezahlt, während wir für nur 5 Cedi sogar noch eine Stunde vor den anderen da waren (die mussten in Accra ziemlich lange warten, bis der Tro-Tro losgefahren ist, weil es ein direkter zu den Shai Hills war.) 

Wir haben auf dieser Fahrt einiges erlebt und wissen jetzt auch, dass es durchaus möglich ist, nach einer feuchtfröhlichen Nacht, aus einem fahrenden Tro-Tro raus zu kotzen. Zum Glück haben wir hinten unser Fenster schnell genug zu bekommen (sie saß vorne)...  Keine Angst ich war es nicht!! 

Wobei ich wirklich erstaunt bin, wie gut ich die Fahrten hier verkrafte. Normalerweise wird mir ja schon bei normalen Autobahnfahrten schlecht ganz abgesehen von Hubbelpisten mit 30 cm tiefen Schlaglöchern und den dementsprechenden Ausweichmanövern auf die Gegenfahrbahn. Aber hier ist mir noch kein einziges Mal auch nur annährend schlecht geworden. Im Gegenteil. Wenn man nicht gerade schlafen will, ist es teilweise echt lustig. Vorallem wenn man selbst klein genug ist um nicht bei jedem Dopsen gegen das Dach zu knallen.
Ja Leo KLEIN GENUG!!! Meine Größe (oder Kleine?) ist auch mal zu etwas nutze. Also verzage nicht :-P 

Die Shai Hills waren dann total genial! Wir haben eine zweistündige Tour mit dem Taxi und einem Guide gemacht. Zuerst sind wir zum Straußengehege gefahren wo wir eigentlich die Strauße anschauen sollten aber dann sind plötzlich die Affen (Baboons) aufgetaucht und dann waren die natürlich interessanter :-D aber das war total toll weil die haben uns die Bananen aus der Hand genommen. 

Baboon putputput komm affi affi

Danach sind wir mit dem Taxi zu einem Berg gefahren und haben den dann bestiegen. Da hing ein Seil mit Knoten und daran hat man sich dann hochgezogen den Berg hoch und komplett ungesichert. War echt cool!!

Da sind wir hoch! hoch hinaus - ungesichert! Das war dann der Blick von oben runter wo wir geklettert sind

Oben haben wir dann erstmal Fotos gemacht und der Guide hat uns was über den Initiationsritus der Einheimischen erzählt. Danach sind wir zu einem anderen Berg gefahren und haben den ebenfalls beklettert. Dort gab es dann eine Höhle in der hunderte von Fledermäusen saßen und die haben einen Lärm gemacht! Oben haben wir dann wieder Fotos gemacht und dann sind wir nach unten geklettert und dann ging es auch schon weiter.

gaaanz oben ausblick vom ersten berg Ausblick vom zweiten Berg eine Antilope :-) Der Baum war echt bequem

Von den Shai Hills aus sind wir dann alle zusammen weitergefahren (also zu neunt). Zuerst mit dem Tro-Tro nach Kpong und von dort aus nach Hohoe, wo unser Hotel war - DACHTEN WIR!!! Aber als es dann hieß "wir sind da", wurde klar, dass wir nicht in Hohoe sondern in Ho waren!!!
Das hieß wir wussten nicht, wie viele Stunden Fahrt wir noch vor uns hatten und es war schon 3 Uhr. Ein netter Mann hat uns dann geholfen und einen Tro-Tro organisiert der uns direkt nach Hohoe gebracht hat.

Wir waren dann schon erstaunlich früh da. Gegen 18.00 Uhr waren wir schon im Hotel und bestellten auch sofort das Essen. Unser Hotel hieß übrigens "Geduld-Hotel" und der Name ist ja bekanntlich Programm... so war es dann auch hier. Wir haben um 18.00 Uhr das Essen bestellt oder es zumindest versucht... Als die Angestellte uns die Karte gebracht hat haben wir uns erstmal total gefreut weil es PIZZA gab!!! Man muss dazu sagen, dass ich den ganzen Tag nur ein Nutellabrot und einen kleinen Keks gegessen hatte und die anderen auch nicht viel mehr gegessen haben. Also Pizza!! Ein Traum wie Annika so gerne sagt :-P  
Nach 10 Minuten kam die Frau wieder und verkündigte "The pizza is finished" woraufhin ich mich schon freute von wegen ja die Pizza ist schon fertig - ging aber schnell... zu früh gefreut!! Die Pizza war insofern finished, dass sie aus war! ES GAB KEINE PIZZA MEHR!!! Ein Albtraum... gut also hatten sich einige für Frühlingsrollen entschieden, andere für Hamburger. Doof nur, dass es das auch nicht mehr gab...
Danach war es uns zu blöd und wir haben einfach ganz frech gefragt was denn überhaupt noch da sei und bekamen zur Antwort: "Ja fast alles: Banku, Fufu, Fried Rice und Jollof Rice" gut wir also was Ghanaisches bestellt und gewartet, und gewartet, und gewartet... Und hin und wieder kam die Köchin und holte etwas aus der riesigen Tiefkühltruhe raus ... naja solange könnte es ja nicht dauern den Reis aufzutauen...

Nach 2 1/2 Stunden kamen dann die ersten Teller und es war echt nicht sooo schlecht. Es waren leider ziemlich viele Zwiebeln in meinem Jollof-rice mit scrambled eggs aber naja was soll man machen. Immerhin hatte ich was zu essen... Anders als Timo und Lisa. Als die nach 3 1/2 Stunden immer noch nix hatten, haben sie einfach unsre Reste gegessen und dann sind wir alle ins Bett gegangen.

Wir hatten 2 Zimmer für 9 Leute. Dani und ich haben im einen Zimmer auf Matratzen auf dem Boden geschlafen und Julia, Michelle und Nadja in einem Ehebett. Im anderen Zimmer haben auch Lisa, Sarah und Anna im Ehebett geschlafen und Timo auf einer Matratze auf dem Boden. 

das eine Zimmer

Am nächsten Morgen klingelte dann um kurz vor 6 der Wecker nachdem sich schon seit 4.30 Uhr zwei Hähne ein Kräh-Battle geliefert hatten. Dann ging es um 6.30 Uhr zum Frühstück und dann direkt zu den Wli-Wasserfällen. Wir haben das Zeug, was wir nicht gebraucht haben, im Hotel gelassen damit unser Rucksack nicht so schwer war, denn uns wurde gesagt es wäre sehr anstrengend zu den Wasserfällen zu wandern. 

Gut sehr anstrengend ok.... aber ich hätte NIE gedacht, dass es SOOO anstrengend sein würde!! Ich bin schirr gestorben!! Nach zehn Minuten!! Naja irgendwie habe ich es dann doch geschafft bis hoch zu kommen und die Aussicht war gigantisch!! Der höchste Punkt an dem wir waren war auf 800 m Höhe.

der Wasserfall Nils vor dem Wasserfall nach ca. ner Stunde wandern der upper fall

Und wir sind ohne SIcherung mehr geklettert als gewandert. Naja von Sicherheit hällt man hier ja eh nicht so viel ;-) Die Tro-Tros in denen wir tagtäglich fahren, sind unter anderem deutsche Kleinbusse die nicht durch den TÜV gekommen sind. Und man hat das Gefühl, dass die ganzen Anzeigen wie Geschwindigkeit und Drehzahl etc. gar nicht funktionieren dürfen, denn ich habe noch  keine einzige funktionierende gesehen :-P

Als wir dann noch direkt zum Wasserfall hin sind und der Schweiß durch das Wasser weggewaschen wurde ging es mir dann wieder gut. Der Abstieg war dann richtig toll und hat echt Spaß gemacht. Leider war man noch nicht wieder an der Rezeption wenn man mit der Klettertour fertig war denn dann fing es gerade an zu regnen. Wir waren ja schließlich im Regenwald und der machte seinem Namen dann alle Ehre! Wir waren klatschnass bis auf die Unterwäsche. Zum Glück hatten einige (unter anderem ich) ihren Bikini als Unterwäsche an und somit konnten wir uns einfach ausziehen und die Tshirts auswringen :-P So ging es dann also trotzdem noch klatschnass im Tro-Tro zum Hotel, wo wir uns alle schnell umgezogen haben.

Die Fahrt dorthin war aber auch sehr abenteuerlich, weil der Regen die Sandwege doch gut unter Wasser gesetzt hatte. Jetzt wissen wir, dass ein Tro-Tro also auch als Amphibienfahrzeug nutzbar ist. Nach dem Umziehen im Hotel ging es dann auf die lange Fahrt zurück nach Accra, die alles andere als gemütlich war. Sarah, Dani und ich haben uns dann in eine Reihe mit einer Ghanaerin gequetscht und so die nächsten 3 1/2 Stunden verbracht. 

Es ist unglaublich über was man sich hier feuen kann!!  Zuerst habe ich mich tierisch gefreut, als ich mir die Zähne im Hotel am Waschbecken putzen konnte (wir haben in unserem Bad im Haus kein Waschbecken sondern putzen immer mit der Dusche die Zähne...), und dann war die Freude rieeesig groß als wir irgendwann in der letzten Reihe jeder seinen eigenen Sitz hatten (nachdem wir die vorherigen 3 1/2 Stunden zu viert auf drei Plätzen saßen.) Pünktlich um 21 Uhr waren wir dann wieder zu hause wo wir alle erstmal was gegessen haben (nachdem die letzte Mahlzeit davor das Frühstück war). Dann noch alles schnell auspacken und dann sind wir alle komplett K.O. ins Bett gefallen. 

Wochenbericht

Montag, 15.07.2013

Letzte Woche ist nicht viel passiert.
Wir waren einmal in Kaneshi im Maggi-Haus (riesiger überdachter Markt). Es ist unglaublich wie viel Gestank man ertragen kann wenn man muss!! Ich musste mich so zusammenreißen! Da war ich erleichtert als wir an einem Gemüsestand vorbei gekommen sind und es sehr intensiv nach Zwiebeln gerochen hat!!! Das muss man sich mal vorstellen: ICH - FROH ÜBER ZWIEBELGERUCH!!! Aber das ist einfach echt angenehm im Vergleich zu den Ständen mit Fisch (das geht grad noch) und vorallem Fleisch! Das hängt da scheinbar schon seit Stunden und gammelt vor sich hin... richtig eklig! Naja wir haben dann in Kaneshi nur ein paar Kekse gekauft und sind wieder nach hause gefahren. Wobei wir zum Heimfahren auch eine dreiviertelstunde gewartet haben bis endlich ein Tro-Tro gekommen ist der Richtung Kasoa gefahren ist. 


Am Mittwoch war ich mit Dani in der Klasse (sie ist im selben Projekt aber in einer anderen Klasse als Lisa und Ich). Die Kinder bei ihr sind 4-8 Jahre (also schon eine Klasse weiter als unsere) und können teilweise schon relativ gut schreiben (ob sie verstehen, was sie da schreiben ist dann eine andere Geschichte...). Wir haben erstmal von 8 - 9.30 Uhr mit den Kindern gesungen (was auch der Grund war, warum ich mit Dani mitgegangen bin. Sie kannte nicht so viele englische Kinderlieder). Wir haben unter anderem "Head and Shoulders, Knees and Toes" gesungen und jedes Kind durfte es einzeln vorsingen und war ganz stolz, wenn es - mehr oder weniger - gut geklappt hat (bisschen über 20 Kinder also könnt ihr euch vorstellen wie lange es gedauert hat). Wir haben dann noch "Old MacDonald had a farm" und "Two little Hands" gesungen und den "Hokey Pokey". Den "Hokey Pokey" fanden alle ganz ganz toll und die Lehrerin hat auch danach noch für sich weiter gesungen und getanzt. Die Kinder hatten ihn schon nach kurzer Zeit super drauf und so konnten wir dann auch Variationen (von wegen zuerst leise dann laut oder andersrum) machen. 

In Danis Klasse in meiner klasse


Wir waren letzte Woche auch zwei mal am Strand. Das erste Mal waren wir nur "einkaufen" und ich habe mir 2 (wie Ali sagen würde) Chillie-Millie-Hosen gekauft. Außerdem noch ein Kleid und ein Tuch das total schön ist. Ich weiß zwar noch nicht so ganz was ich mit dem Tuch machen soll, aber es sieht toll aus :-P Insgesamt habe ich am Strand dann 34 Cedi ausgegeben also umgerechnet zwischen 13 und 15 € :-)  Das zweite Mal waren wir dann auch schwimmen und die Wellen waren soo toll! Richtig hoch und einmal bin ich auch auf dem Bauch auf der Welle gesurft (also ne ganze Zeit lang oben auf der Welle gewesen). Ich freue mich schon so aufs surfen in Busua Beach! 

am Strand Yey Michelle, Ich, Timo und Nadja uii

Naja aber wie gesagt es ist nicht viel passiert letzte Woche außer, dass ich mir wahrscheinlich von den Kids im Projekt ne Erkältung geholt habe und dann den Freitag sehr k.o. auf der Terasse saß und gelesen hab und schon um 19 Uhr mit leicht erhöhter Temperatur ins Bett bin. Aber das wars dann auch schon ...  

Hausparty und Wochenendtrip nach Cape Coast

Montag, 08.07.2013

Am Freitag sind wir gegen 7 Uhr los ins Projekt. An diesem Tag hat der Aushilfslehrer fast die ganze Zeit den Unterricht gemacht und hatte die Klasse wie am Vortag fast immer unter Kontrolle. Gegen 12.30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht. Dort habe ich dann erstmal wieder extra viel Zeit für euch investiert, um die Bilder hochzuladen und mich danach ganz schnell fertig gemacht, weil wir um 16.30 Uhr abgeholt werden sollten, um zur Hausparty in Haus 1 zu fahren. Die Betonung liegt hierbei auf SOLLTEN, denn wir sind ja in Ghana und somit kam der Bus dann erst um kurz nach 17.00 Uhr an und wir quetschten uns zusammen mit den Leuten aus Haus 2, die schon im Bus saßen, in einen Tro-Tro für 20 Personen - wir waren dann also 26.

die Hinfahrt - noch relativ viel Platz :-P

Aber da geht noch was!!! Nach der Hausparty, die eigentlich echt schön war, haben wir dann erstmal ziemlich lange gewartet. Es hieß wir werden um 22.00 Uhr von einem Tro-Tro abgeholt, weil am nächsten Morgen die Tour nach Cape Coast starten sollte und wir schon um 6.30 Uhr abgeholt werden sollten. Aber auch hier war dem natürlich nicht so und somit warteten wir bis um 23.00 Uhr auf besagten Tro-Tro. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns schon damit abgefunden, dass sechs Leute mit einem Taxi fahren müssten, weil der Tro-Tro nur auf 15 Leute ausgelegt war (und somit 20 reinpassten). Irgendwann hat dann Matilda gesagt, wir sollten zur Straße laufen und alle mit dem Taxi fahren, weil der Tro-Tro nicht mehr zu kommen schien. Also alle losgelaufen- bis auf ein paar aus unserem Haus und zwei, drei Leuten aus Haus 2 (weil zwei von uns noch auf dem Klo waren). Als die Fehlenden dann endlich da waren und wir die anderen (die mittlerweile schon ein großes Stück vor uns waren) einholen wollten, ist der Tro-Tro dann doch noch gekommen. Wir also durch die ganze Nachbarschaft gerufen um den anderen klar zu machen, dass der Tro-Tro doch noch gekommen ist. Letztendlich haben dann auch alle reingepasst - mehr oder weniger... Es waren dann also 25 aufgedrehte Mädels und 1 Junge gestapelt in einem Bus mit 15 Plätzen :-D Das muss man mal erlebt haben!!! Zuhause angekommen haben wir dann noch die Sachen für den nächsten Tag gerichtet, geduscht und sind ins Bett gegangen. 

Da war es dann richtig kuschelig


Nach einer kurzen Nacht hieß es um 5.20 Uhr also AUFSTEHEN! Denn somit hatten wir noch genau eine Stunde Zeit um uns fertig zu machen, denn wider allen Erwartungen war der Bus relativ pünktlich. Lisa und ich hatten schon vorher ausgemacht, dass wir uns beeilen, damit wir in den großen Bus kommen (die Koordinatoren hatten angekündigt, die Busse häusermäßig zu mischen). Wir sind dann auch als erstes aus unserem Haus eingestiegen, aber das wurde uns zum Verhängnis, denn somit hat Nana (Koordinator Haus 1) gleich die Chance genutzt, die Busse zu mischen und hat uns gesagt wir sollen doch in den kleinen Bus steigen. Letztenendes war es dann dort auch ok und der Tro-Tro hatte sogar eine Klimaanlage (der Reisebus natürlich auch). Wir hatten außerdem mehr Platz für unser Gepäck, weil kaum jemand in den Kleinen wollte (wir waren dann zu acht in einem Tro-Tro für 12 Personen). Nach drei Stunden Fahrt (vom letzten Haus aus) sind wir dann so gegen 10.30 Uhr in Cape Coast angekommen und haben gefrühstückt (das Essen haben wir vom Bus aus vorbestellt). Ich hatte mich für Rührei mit Toast entschieden, was auch echt gut war. Nur der frisch gepresste Orangensaft war wirklich sauer und damit nicht so mein Geschmack. Das Essen war dort aber generell sehr lecker und auch die "Pancakes" waren keine klassisch amerkanischen Pancakes, sondern französische Crêpes. Für alle nach uns Reisenden: Das Tomato-Cheese-Sandwich ist auch sehr zu empfehlen!
Nach dem Essen sind wir dann zum Elmina Castle gefahren und haben dort eine Führung mitgemacht die auch teilweise echt interessant war. Elmina ist eine Sklavenburg, die zeitweise von den Engländern, den Holländern und den Portugiesen besetzt war.

Elmina Castle von der Ferne Oben auf Elmina Castle Der

Die Lodge in der wir geschlafen haben war auch echt schön. Lisa und ich hatten Glück ein großes Zimmer mit Bad zu bekommen, während die anderen in zweier Zimmern untergebracht waren, die aus zwei Steinflächen rechts und links im Zimmer bestanden auf denen Matratzen lagen.

unser Zimmer in Cape Coast der andere Teil des Zimmers :-) und Nils war natürlich auch dabei :-P

Nachdem uns ein junger Mann Kokosnüsse von einer Palme geholt hat und jedem eine geöffnet hat (Leo schon wieder frisches Kokoswasser!!!) (er wollte dann aber doch Geld dafür haben) haben wir uns umgezogen und sind ins Meer gegangen. Sarah, Anna, Timo, Lena, Lisa und ich waren aber fast die einzigen, die ins Meer gegangen sind, weil der Wind doch recht frisch war. Im Meer war es aber echt schön und die Wellen waren toll hoch. Vor dem Essen haben wir uns noch geduscht und soweit fertig gemacht. Die meisten haben Spaghetti mit Tomatensoße oder mit Gemüse und Knoblauchsoße gegessen (oder eben anderes europäisches Zeug), ich hab mich aber etwas gewagt und habe Red-Red bestellt. Hätte ich es besser nicht gemacht... mir hat es nicht wirklich gut geschmeckt und deshalb war ich heilfroh, dass ich mir zur Vorspeise Bruschetta bestellt hatte und somit wenigstens etwas satt war. Red-Red sind Bohnen mit Tomatenstücken und wird mit gegrillten Kochbananen serviert. 

Red-Red

Anschließend sind ein paar von uns dann los zur Live Musik, die Nana angekündigt hatte. Das Ganze war etwas anders als wir es uns vorgestellt hatten. Zuerst war es recht schön, als wir auf einer kleinen Terrasse saßen von der aus man die Musiker sehen konnte. Dann hat Nana sich plötzlich mit der Bedienung gestritten und uns gesagt wir sollen mitkommen - wir würden jetzt gehen. Wie das hier so ist, war das natürlich auch nur eine Drohung um zu erreichen was man will und sobald wir uns Richtung Bus bewegten, kam uns einer von der Bar hinterhergerannt und wir konnten uns wieder setzen. Wir wurden aber scheinbar runtergestuft und somit durften wir nicht mehr auf der kleinen Terrasse sitzen, sondern wurden zu einem Tisch geführt, der schon auf der angrenzenden Tankstelle stand. Die Autos die getankt haben sind also direkt an uns vorbei gefahren und wir hatten die restlichen drei Stunden den wunderbaren Tankstellen-Benzin-Geruch um uns, von dem mir immer so schön schlecht wird... Der Rest des Abends war dementsprechend nicht so toll und wir waren froh, als wir um 23.15 Uhr endlich gegangen sind. 

Aufstehen mussten wir dann erst um 8.00 Uhr wieder und konnten somit einigermaßen "ausschlafen". Das Frühstück war eigentlich wirklich gut. Ich habe ein Käse-Ei-Sandwich gegessen und Milo getrunken. Das ist so eine Art Kabapulver das man mit Wasser anstatt Milch anrührt. Nach dem Essen ging es dann los in Richtung Kakum National Park mit einem Zwischenstop im "Hans Cottage" wo wir später zu Mittag essen sollten und schonmal das Essen vorbestellt haben. Als wir (also der kleine Bus) dann im Nationalpark ankamen, hieß es wir sollten mit einer anderen Gruppe mitgehen, weil der andere Bus nochmal umdrehen musste, weil sie jemanden im Hotel vergessen haben... und dann hieß es "über 7 Brücken musst du gehn". In 40 Meter Höhe sind wir über sieben Hängebrücken gewackelt und das hat richtig Spaß gemacht!!

Brücke :-) Lisa und ich im Regenwald unendliche Weiten :-P

Und Ina jetzt war ich zuerst im Regenwald :-P  Irgendwann hat uns die Gruppe aus dem großen Bus auch noch eingeholt und dann haben wir mal schnell die Gruppe gewechselt um mit den anderen weiter zu laufen. Nach der üblichen Tour über die Hängebrücken wurde dann vorgeschlagen einen "Nature Walk" zu machen, welcher wirklich super toll war!! Wir sind dann zu Fuß durch den Regenwald gelaufen und die Führerin hat uns jede Menge Bäume gezeigt. Es war für jedes Wehwehchen was dabei - von Knochenbrüchen über Rückenschmerzen bis zu Viagra war der Wald die Lösung (sogar Paracetamol wird aus den dortigen Pflanzen hergestellt). Tiere haben wir leider keine gesehen, weil die nur Nachts rauskommen und tagsüber tief im Wald verschwinden aber trotzdem war es richtig eindrucksvoll! Schon allein die Geräusche, die man gehört hat und dazu noch die Lianen die überall hingen und sich um die Bäume geschlingelt haben... Einfach klasse!! Auf dem Weg nach unten haben wir uns noch eine frische Kakaofrucht (oder Nuss oder wie auch immer) und eine Kokosnuss gekauft. Die Kakaofrucht ist man aber ganz anders als man es sich vorstellen würde. Sie wird in zwei Hälften geschlagen und dann hat man die Bohnen in der Mitte. Die sind umzogen von einer Glibber-Schleim-Schicht die man einfach ablutscht. Ich hab mal auf die eigentliche Bohne gebissen - das ist aber nicht zu empfehlen- einfach nur bitter!! 


Wir kamen dann knappe zwei Stunden zu spät am Hans Cottage an und deshalb war von vielen das Essen schon kalt geworden. Meins war noch warm :-) und die Spaghetti Bolognese haben auch (im Vergleich zum Red-Red am Vortag) gut geschmeckt. Nach dem Essen haben wir dann noch ein Krokodil gestreichelt, wobei das alles relativ schnell von Statten ging und jeder nur ungefähr 10 Sekunden hatte um ein Foto mit dem Kroko zu machen. Letztenendes musste dann jeder Bus fünf Cedi bezahlen (knapp 2,50 €) weil wir ein Foto gemacht haben (ist ja nicht schlimm aber das hätten sie uns schon früher sagen können). Dann hieß es schon wieder "wir blasen zum Rückzug" und mussten ganze 3 Stunden Tro-Tro fahren. Auf der Fahrt standen immer wieder sehr vertrauenserweckende Schilder auf denen stand "Overspeeding kills! Here died over 70 Persons" ... Naja wir habens überlebt :-)Als wir zuhause angekommen sind waren dann schon zwei neue Mädels angekommen mit denen wir uns kurz unterhalten haben und dann sind wir auch schon KO ins Bett gefallen.

Es sind noch alle Finger dran :-)

Ein paar Bilder für euch

Freitag, 05.07.2013

Nein hier gibt es keinen TÜV oder sonstiges... alles etwas kaputt in den Tro-Tros Lisa, Dani und ich im Tro-Tro Der Müll wird einfach neben der Straße verbrannt Im Hintergrund kann man schon das Meer sehen Meer!! ein winzig kleiner Teil des Marktes Die Dachterrasse Der Arbeitsplatz vom Aussicht von der Dachterrasse aus Blick von oben aufs Sofa Penny mit ihrem Baby - alle Mütter tragen ihre Babys hier auf dem Rücken- soooo cool Die Küche Jeder hat ein Regal in der Küche bzw. man teilt es sich zu zweit Blick von draußen auf unser Zimmer :-D Annika und Dani :-) Die Schließfächer Meine Klasse Nochmal :-P süß oder? Lisa und ein kleines Mädchen :-P der Blitz blendet :-P Klatschspiele goldig hihi :-D ja im Unterricht wird auch geschlafen Lisa, Dani und ich hübsch :-) Blick vom Eingang aus bei der Trommelstunde ich auf dem Markt die Leute hier tragen alles auf dem Kopf - außer Babies :-P der Blick von draußen auf unser Haus

Der Alltag kehrt ein

Donnerstag, 04.07.2013

Heute mussten wir dann schon um 6.00 Uhr aufstehen, weil wir um 8.00 Uhr im Projekt sein sollten. Wir haben uns dann um kurz vor halb 8 gemeinsam mit Nadine auf den Weg zum Projekt gemacht. Sie muss an der selben Tro-Tro-Station aussteigen wie wir, von daher war es sehr praktisch und wir mussten nicht ganz alleine fahren. 

Im Projekt angekommen sagte man uns dann, uns wäre die falsche Zeit gesagt worden und eigentlich sollen wir schon um 6.30 Uhr im Projekt sein um den Boden zu putzen und Wasser zu holen.
Danach gingen wir in unsre Klassen. Heute ist Lisa mit mir in die selbe Klasse geschickt worden - was mir sehr recht war. Und heute war es auch insgesamt viel angenehmer als gestern. Die Lehrerin hat uns Stühle hingestellt auf die wir uns setzen sollten und dann ist erstmal die ganze Klasse aufgestanden und hat verschiedene Bibelverse aufgesagt (einige hab ich sogar erkannt - das Reliabi hat mich gut auf Ghana vorbereitet :-P). Danach sollte ich nach vorne kommen und mit den Kindern die two-letter-words üben die an der Tafel (Wand) standen. Diese konnten sie der Reihenfolge nach aufsagen und ich hab gedacht ich mache mal die Probe ob sie es nur auswendig lernen, aber siehe da - ein paar wussten auch wie ein Wort heißt, wenn ich auf irgendeins gezeigt habe ... hätte ich nicht erwartet. Danach ging das selbe Spiel mit den Zahlen von 0-50 weiter. 

Aber ich muss sagen ich bin echt geschockt!! Die Lehrerin schlägt die Kinder wegen der kleinsten Kleinigkeit mit einem Bambusstock oder mit dem was sie gerade in der Hand hat (Hefte, oder halt die bloße Hand) und sie tun mir jedes mal so leid... Ich gehe dann immer gleich zu den geschlagenen Kindern hin wenn sie weinen und versuche sie irgendwie zu beruhigen und dann meinte die Lehrerin nur so: Lass sie weinen, sie hat es verdient, sie hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht... Ich hab dann gesagt, dass das kein Grund sei, jemanden zu schlagen und dass sie ihr halt für den nächsten Tag umso mehr aufgeben solle oder sonst irgendwie bestrafen aber nicht schlagen. Dann hat sie immerhin wegen nicht gemachter Hausaufgaben nicht mehr geschlagen...Die Moralvorstellungen der Lehrer hier sind sowieso wie im Mittelalter! Als ein kleines Mädchen scheinbar irgendetwas schlechtes zu ihrem Mitschüler gesagt hat (und er es natürlich gepetzt hat - wie es alle tun) meinte die Lehrerin zu dem Kind: Du kommst in die Hölle! und hat es geschlagen... später hat sie die Kinder gefragt, ob sie wollen, dass die Lehrerin stirbt und ob sie deshalb so laut sind, eben dass die Lehrerin stirbt... naja das kann man ja zu Oberstufenschülern aus Spaß mal sagen von wegen: Ihr bringt mich noch um. oder so aber doch nicht zu 3-Jährigen Kindern!!!! 

Bis um kurz vor 12 Uhr haben wir dann Stifte gespitzt, Aufgaben in Hefte geschrieben und uns um die weinenden Kinder gekümmert. Dann kam ein Mann rein (ich gehe davon aus, dass es auch ein Lehrer ist ^^), der komplett anders war! Er hat kein einziges Mal geschrien und wäre auch nie auf die Idee gekommen jemanden zu schlagen und trotzdem war die Klasse still. Das hat mich echt beeindruckt!! Er hat dann eine Geschichte erzählt und da spielerisch kleine Rechenaufgaben eingebaut, das war richtig toll! 

Wir haben uns dann auf den Heimweg gemacht und haben zurück im Haus eine Flädlesuppe gekocht. Da haben wir dann auch den "älteren" erzählt, wie früh wir ab jetzt schon im Projekt sein müssen und die anderen haben uns geraten einfach später zu gehen. Zur Sicherheit haben wir dann nochmal mit unserer Koordinatorin Penny geredet und sie hat gesagt sie ruft im Projekt an und sagt, dass wir nicht so früh da sein können. Bin mal gespannt ob sie das auch getan hat oder ob wir morgen früh Ärger bekommen...Den Nachmittag haben Dani, Annika, Julia und ich dann im Haus verbracht während der Rest an den Strand gefahren ist. Wir haben dann unseren Blog geschrieben, uns unterhalten und sind zum Shoprite gelaufen um Instant-Nudeln und Brot zu kaufen. Zu Abendessen haben Lisa und ich dann Nudeln mit Tomatensoße selbst gekocht und die haben auch gut geschmeckt :-) Gerade eben ist der Strom ausgefallen aber zum Glück war ich schon soweit fertig mit duschen und dem Küchendienst (haben wir vorhin schon erledigt- jetzt müssen wir nur nochmal checken ob alles immernoch sauber ist und dann können wir schlafen gehen :-)

Das erste Mal im Projekt

Donnerstag, 04.07.2013

Gestern waren wir das erste Mal im Projekt. Ich bin mit Dani und Lisa, die auch in meinem Zimmer sind, in einem Projekt mit dem Namen Virgin Kids Academy / Home.
Der Weg dorthin hat gestern morgen fast eine Stunde gedauert, weshalb wir uns schon Angst vor dem frühen aufstehen hatten. Das dauerte aber nur so lange weil ungefähr auf halber Strecke eine Maut-Station ist und es sich deshalb zurück gestaut hat. Rückzus ging es dann aber wesentlich schneller und wir waren nur ungefähr eine viertel Stunde im Tro-Tro. Als wir im Projekt ankamen zeigte uns ein Volunteer aus Texas, der selbst erst seit zwei Tagen da war, das Projekt. Von Waisenhaus kann man aber eigentlich nicht reden, da einfach hinter ein paar Klassensälen (die nebenbei bemerkt alle zum Innenhof offen sind) ein Kabuff ist, wo Matratzen liegen und dort sollen die Kinder dann scheinbar schlafen. 

An diesem ersten Tag war ich überhaupt nicht begeistert vom Projekt. Gleich als wir ankamen sagten uns ein paar amerikanische Volunteers, sie hätten sich gerade darüber unterhalten, dass es viel zu viele Volunteers im Projekt sind (und dann sind wir drei auch noch dazu gekommen). Trotzdem waren sie super nett und haben sich mit uns unterhalten und so. Das war richtig schön mal RICHTIGES Englisch zu hören und nicht irgendeinen Afrikanisch-Englischen Kauderwelsch bei dem man sich zum Teil richtig konzentrieren muss um etwas zu verstehen. Insgesamt sind wir jetzt 5 Amerikaner, 1 Brasilianerin und wir 4 Deutschen (Lukas geht am Samstag heim) 

Wir drei wurden also gefragt, was wir gerne machen wollen und haben alle mit Nursery -also Kindergarten- geantwortet. Letztendlich war dann nur Lisa in der Nursery und Dani und ich wurden in zwei andere Klassen geschickt. 
Meine Kinder sind 3-4 Jahre alt. Als ich dann in den Klassensaal reinkam, wurde ich nicht vorgestellt oder sonstiges sondern die Lehrerin hat mir ihren Namen gesagt und gesagt ich soll gucken, dass die Kinder schreiben. Sie selbst saß in der Ecke und hat irgendwelche Hefte korrigiert. Doof war nur, dass ich das Gefühl hatte, die Kinder können überhaupt nicht schreiben und außerdem hatten viele gar keinen Bleistift. (Deshalb hab ich heute eine Packung mitgenommen). Mir kam es außerdem so vor, als ob sich die Lehrerin dachte: Och nö - schon wieder so eine weiße, die die Kinder ablenkt...

Naja um 12 Uhr sollten wir uns dann auf den Weg nach Hause machen, weil um 13.30 Uhr unser erstes Hausmeeting war. Nach diesem Meeting habe ich dann meine vorgeschriebenen Blogeinträge online gestellt, wir haben ein paar Runden SOLO (also Uno) gespielt und dann haben Lisa und ich uns an der Straßenecke Fried Rice gekauft, den wir auch soweit gut vertragen haben. Anschließend haben wir uns Bettfertig gemacht und noch bis um 22.30 Uhr geredet. 

Erste Eindrücke von der Stadttour in Accra

Dienstag, 02.07.2013

Nach einer langen Nacht mit kurzem Schlaf und viel hin- und hergewälze habe ich dann um 7.15 Uhr beschlossen, dass es keinen Sinn macht weiter zu versuchen einzuschlafen. Natürlich habe ich in der Nacht auch geschlafen - aber nur sehr schlecht... Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kam es mir sehr heiß vor - aber gleichzeitig habe ich gezittert weil ich gefroren habe, weil ich ganz ohne Decke da lag (allerdings wage ich zu behaupten, dass meine Psyche da auch eine kleine Rolle gespielt hat- Aufregung und so ).Ich war aber nicht die Einzige die schlecht geschlafen hat und so sind wir dann alle gemeinsam ziemlich müde losgegangen um Accra kennen zu lernen.

Vorher hat uns unsere Koordinatorin Penny ein paar Infos gegeben. Sie konnte leider nicht mit in die Stadt gehen, weil sie ein kleines Baby hat und deshalb ist Abigail mit uns auf Stadttour gegangen. Angefangen haben wir diese im Tauschbüro, wo wir alle unser Geld tauschen konnten. Danach hat uns Abigail auf eine Kokosnuss eingeladen. Leo das war 1A Kokoswasser frisch vom Baum!! Richtig toll! Zuerst wurde ein kleines Loch in die grüne Schale geschlagen, sodass man ans Kokoswasser ran kam und dann hat der Mann die Kokosnuss in zwei Hälften geschlagen und wir durften das Fruchtfleisch aus der harten braunen Schale essen (das grüne außenrum ist quasi nur ein Schutzhelm wenn die Kokosnuss vom Baum fällt).

frische Kokosmilch

Dann sind wir weiter zur Post, wo wir uns schonmal die ersten Postkarten und Briefmarken kaufen konnten und schließlich ins Artcenter. Dort haben wir unser erstes Ghanaisches Essen bekommen: Jollof-Rice mit Chicken - das Chicken war etwas trocken und ich war mir mit Fleisch eh nicht so sicher deshalb habe ich davon nur probiert. Der Reis war aber super lecker mit roten Gewürzen angemacht und sogar kaum scharf. Nach dem Essen ging es dann weiter über den Markt, wo ich schon die ersten Mitbringsel gekauft habe. Anschließend hatten wir eine Trommelstunde bei David, der mir auch meine eigene Djembé anfertigen wird. Das hat richtig Spaß gemacht und wir haben es auch alle ziemlich gut hinbekommen :-P

Trommelstunde bei David

Als die Trommelstunde fertig war, hieß es wir machen uns auf den Weg nach Hause weil wir noch zum Shoprite (Supermarkt mit europäischen Produkten zu Mörderpreisen) einkaufen mussten, um irgendwas zu essen zu haben. Das war um 3 Uhr Mittags. Dieses auf den Weg nach Hause machen war zuerst sehr hektisch weil wir quasi über den großen Markt gerannt sind, vorbei an getrockneten Fischen, lebenden Riesenschnecken und jeder Menge richtig ekligem Fleisch, das dem Geruch nach schon seit einigen Stunden in der prallen Sonne hing. Als wir dann an der Tro-Tro-Haltestelle ankamen, mussten wir erstmal warten... und warten... und warten bis der Tro-Tro endlich kam. In dieser Zeit habe ich mich sehr gut mit einem ghanaischen Mädchen unterhalten, das mir erzählt hat, dass sie gerne mit nach Deutschland will. Ihren Namen hab ich leider schon wieder vergessen- der war aber auch super kompliziert!! Sie ist auf alle Fälle nach einer ghanaischen Nachrichtensprecherin benannt... Weil wir eine gemeinsames Hobby entdeckt haben- das Singen im Gospelchor- hat sie mich auch gleich für diesen Sonntag in ihre Kirche eingeladen. Leider sind wir an diesem Sonntag in Cape Coast und die Wochen danach hatte sie scheinbar keine Zeit. Nach einer knapp 2 Stündigen Tro-Tro Fahrt sind wir dann auch endlich beim Shoprite angekommen. Lisa und ich teilen uns das Essen aber trotzdem musste jeder noch knapp 15 € bezahlen für 1 Packung Nudeln, 1 Dose passierte Tomaten, Brot, eine Ananas und ein paar Säfte und eine kleine Packung Frischkäse. Dann sind wir zurück zum Haus und haben uns ein Brot mit Frischkäse gemacht. Im Moment sind zwei der Mädels in meinem Zimmer schon fertig zum Schlafen und deshalb werde ich jetzt auch langsam schluss machen...

Panoramablick auf unser Haus Die Straße vom Haus zur richtigen Straße

Das Abenteuer startet früher als erwartet...

Dienstag, 02.07.2013

Gestern morgen sind Papa, Mama, Mareike und ich also zum Flughafen in Frankfurt gefahren, wo wir schon im Parkhaus die erste mit dem Praktikawelten-T-shirt getroffen haben. Gemeinsam ging es dann an das Ticket-Ausdruck-Ding (wie es auch immer heißen mag ^^) und Annika hat ihr Ticket auch ohne Probleme bekommen (sie hat am Abend zuvor ein Online-Check-in gemacht). Bei mir auf dem ausgedruckten Ticket stand aber, anders als gebucht, nicht der Sitzplatz neben Annika, sondern kein Sitzplatz!
Damit nicht genug war mein Ticket als Stand-by Ticket aus dem Automaten gekommen und meine mittelmäßige Krise begann... Wir also erstmal an den Schalter gegangen und gefragt, warum der Automat das falsch ausgedruckt hat und ÜBERRASCHUNG: Lufthansa überbucht jeden Flug um 20 % und somit war nicht nur mein Platz weg sondern auch nicht mehr sicher, ob ich überhaupt in den Flieger kommen würde... Aber sowas lassen sich meine Eltern ja nicht gefallen und dann haben wir nach ein paar Tränchen von mir, jeder Menge Vorwürfe an die Airline von Seiten meiner Eltern,  und einem Gespräch mit dem Flight-Manager doch noch einen Platz zugesichert bekommen- ein paar Minuten später war urplötzlich doch noch genau der Platz frei, den ich bereits im März gebucht habe...

Der Flug war dann wie immer unangenehm und wollte einfach nicht rumgehen. Etwas geholfen hat aber der eigene Bildschirm den jeder im Vordersitz hatte und so konnte ich mir aussuchen was ich gucken will. Es ist dann letztendlich auf Kokowääh 2 und eine Folge Apartment 23 hinausgelaufen. Und Papa stell dir vor wir sind an Timbuktu vorbeigeflogen und ich hab das Erdloch genau gesehen :-D :-D 

Ja, da könnt ihr die Sahara sehen -oder auch nicht :-P
Da ich ja jetzt doch bei Dani und Annika saß hatten wir schonmal etwas Zeit uns kennen zu lernen und haben schon mal ein paar Bilder gemacht und uns gegenseitig ein paar der süßen Geschenke gezeigt, die wir zum Abschied bekommen haben (Nochmal vielen lieben Dank Alenaleinscha für den Brief :-) Bis auf den Golf von Guinea hab ich auch alles gewusst :-D und natürlich auch nochmal ein ganz großes Dankeschön an die Kraus-Family - ich hab mich echt gefreut.) In Ghana angekommen lief dann alles mit dem Einreisen und Visum ohne Probleme und auch der Zoll wollte meinen Koffer nicht aufmachen :-) 

Dani, Annika und ich im Flieger

Sobald wir dann die Leute von Praktikawelten gefunden hatten konnte ich auch gleich mit meinen minimalen Twi Kenntnissen beeindrucken als ich auf den Ausspruch "Akwaaba" mit "Medase" geantwortet habe :-) Als ich dann auch noch zwei Sorten Ghanaisches Essen aufzählen konnte und sagen konnte wie ich heiße ist Nana (Koordinator von Haus 1) davon ausgegangen, dass ich schonmal in Ghana war :-) Ja ich weiß, das Streberli kommt hin und wieder doch noch raus :-D Das ghanaische Lebensmotto "There is no hurry in life!!" wurde uns dann auch gleich bewusst, als wir insgesamt noch 3 Stunden auf die Leute aus den anderen Fliegern gewartet haben!! Also ihr zukünftigen Ghana-Flieger packt euch was zur Beschäftigung griffbereit in den Koffer - ich hatte zum Glück ein Kartenset dabei und so haben wir ein paar Runden ... naja nennen wir es hier mal "Blümchen" - gespielt :-D

Als dann endlich alle da waren konnten wir uns Richtung Parkplatz begeben. Zu diesem Zeitpunkt waren wir alle schon klatsch nass geschwitzt weil man das Gefühl hatte, durch die Luft schwimmen zu können... in Wahrheit waren es nur ca. 82 % Luftfeuchtigkeit. Die erste Tro-Tro-Fahrt meines Lebens war dann überraschend angenehm. Für die, die es nicht wissen Tro-Tros sind uralte Kleinbusse in die sich normalerweise viel zu viele Menschen reinzwengen - wir hatten Glück und hatten einen Privat Tro-Tro nur für uns :-) Die Tro-Tros sind vergleichbar mit den Dolmus-Bussen in der Türkei.Wir sind die ganze Zeit mit offener Tür gefahren (zwischendurch bestimmt auch mal über 100 km/h) und somit kam ein angenehmer Luftzug zu mir, da ich genau neben der Tür saß. Sonderlich viel gesehen hat man wegen der Dunkelheit leider nicht, aber die Polizisten, die am Straßenrand standen und mit Taschenlampen in die Autos reingeleuchtet haben, habe ich immerhin als solche erkannt. Warum sie das gemacht haben ist mir immer noch nicht ganz klar aber man muss ja bekanntlich nicht alles gleich verstehen. Zuerst wurden dann nach 1,5 Stunden die Leute in Haus 1 abgeliefert und danach waren wir nach 2 Stunden fahrt auch endlich in unserem Haus angekommen, wo wir schon von der Haus-Mutti Katja erwartet wurden. Sie hat uns unsre Zimmer gezeigt und uns unsre ersten Wasserbeutel gegeben die wir natürlich gleich "ausprobieren" mussten. Schmeckt wie normales Leitungswasser und bisher hab ich es auch super vertragen.

Pure Water

 Ich bin übrigens in einem vierer Zimmer mit Dani, Lena und Lisa und wir haben unser eigenes Bad -leider ohne Waschbecken sodass der Duschabfluss beim Zähneputzen herhalten muss. Zähneputzen ist mit dem Leitungswasser kein Problem und abgekocht kann man es sogar trinken. Wie ich es befürchtet hatte, ist das Abwassersystem in Ghana genauso miserabel wie in Mexiko, sodass man das Klopapier nicht ins Klo werfen darf, sondern in einen Mülleimer neben dem Klo (der, ganz nebenbei bemerkt, keinen Deckel hat). Ist aber garnicht so arg eklig wie man denkt -bis jetzt :-P 

unser Zimmer Das Chaos -vllt wird es irgendwann mal verschwinden... heute aber definitiv nicht unser Fenster das Bad ist eigentlich immer nass weil der Duschvorhang nicht um die Ecke geht... und JA die Tür ist eine Glastür mit Duschvorhang ...

Nachdem wir dann die Koffer nach Moskitonetzen, Schlafanzügen und sonstigem durchsucht hatten, diese auch dementsprechend angebracht haben (an dieser Stelle eine kleine Schleichwerbung: mein kastenförmiges Moskitonetz hält mit dem Tesa-Superklebeband bis jetzt noch super gut an der Decke - Reiszwecken kann man im oberen Hochbett vergessen weil man die nicht in die Decke reinbekommt- unten geht es mit Reiszwecken auch) konnten wir uns alle noch schnell duschen bevor wir komplett KO vom anstrengenden Tag ins Bett gefallen sind. 

Großeinkauf in Apotheke, Aldi & Co

Mittwoch, 26.06.2013

In der Apotheke kann man ja arm werden... aber naja lieber zuviel dabei haben und es nicht benutzen, als es zu brauchen und nicht dabei zu haben :-P 
Nach diesem Motto sind meine Mama und ich heute in die Apotheke gefahren und haben den ersten Ghana-Großeinkauf gemacht... Über 200 € und einige Sorgenfalten meiner Mutter später hatten wir dann alles Notwendige aus der Apotheke beisammen. (Vorallem die Malariaprophylaxe mit Lariam ist mit 40€ pro Packung -ich brauche 3 Packungen- nicht gerade billig, aber was tut man nicht alles für die Gesundheit :-P). An dieser Stelle hat sich meine Mutti mal wieder geärgert, dass sie mir im Vorraus zugesagt hat, Nebenkosten wie Impfungen und Medikamente zu bezahlen :-D Aber versprochen ist versprochen ;-)
Unter anderem das Zeug aus der Apotheke  
Hier seht ihr schonmal unseren Erfolg in Apotheke und Co.
Und für alle, die meinen Blog lesen, um sich selbst auf ihre Ghana Zeit vorzubereiten eine kleine Auflistung was ich so gekauft habe:

-Vomex (Reisetabletten)
-Paracetamol
-Lefax
-Locabiosol
-Buscopan plus
-Neuralgin
-Lamisil creme (Fußpilz - mit so vielen Leuten in einem Haus gehe ich vom schlimmsten aus :-P)
-Fenistil gel (gegen Schnakenstiche etc.)
-Bepanthen
-Kohletabletten (gegen Durchfall)
-Loperamid 
-Elotrans (gegen Dehydrierung bei starkem Durchfall)
und natürlich Mückenmittel (Care plus DEET)

wegen meiner Sonnenallergie habe ich auch noch Calciumbeutelchen gekauft und für die Kinder wunderschöne Bibi und Tina  und Benjamin Blümchen Pflaster (werden sie zwar wahrscheinlich nicht kennen aber für mich gehört es zum Kind sein dazu :-P und außerdem helfen Pflaster mit Motiv ja bekanntlich viel besser gegen wehwehchen) 
Meine eigenen Spritzen habe ich für alle Fälle auch dabei (Danke Andrea!!) und sogar mein eigenes Fieberthermometer aus dem erste Hilfe Pack beim Aldi :-P

Buntstifte, Luftballons, Seifenblasen und Spitzer habe ich auch schon besorgt und außerdem eine Wäscheleine und Wäscheklammern (wer weiß wie gut die Wäscheleinen im Haus erhalten sind). Dann natürlich Handwaschmittel - ich vermisse die Waschmaschine jetzt schon ...
Kamilletee muss natürlich auch sein, denn wer mich kennt weiß, dass ein Kamilletee am Morgen das Beste für mich ist :-)
Ich werde dort ja hauptsächlich Wasser trinken und deshalb dachte ich mir, kann ich mir einmal in der Woche eine Portion "Quick" (wie es früher hieß) oder "Quench" (wie meine Mama immer sagt^^)-für alle anderen Instant Getränkepulver mit Himbeergeschmack- gönnen. Auch habe ich mir sagen lassen, dass Nuss-Nugat-Creme und Erdbeermarmelade in Ghana sehr teuer ist (laut meinen Quellen ca. 15 € pro Glas) und habe deshalb vorsorglich welche gekauft und werde sie mitnehmen.

Geschenke für die Kinder und mich selbst :-P

Und über allem thront mein Glücksbringer-Krokodil von Cathrin, welches ich Nils getauft habe und das mich auf meiner Ghanareise begleiten wird.

Nils, mein Reisekrokodil :-P

Mit kleinen Schritten Richtung Ghana - Meine erste eigene VISA-Karte :-)

Dienstag, 25.06.2013

Heute ist meine Visa-Karte gekommen. Das heisst mit dem Geld gibt es jetzt auch kein Problem mehr. Ausserdem habe ich erfahren, dass noch zwei weitere Maedels, die mit mir fliegen, auch in meinem Projekt eingeteilt sind. Dann bin ich wenigstens nicht ganz alleine hilflos im Projekt :-D und somit habe ich auch jemanden, mit dem ich den taeglichen Weg zur Arbeit bestreiten kann :-) 

Der Countdown läuft... noch 1 Woche

Montag, 24.06.2013

So genau jetzt in einer Woche sitze ich schon im Flieger nach Accra.

Seit meinem letzten Blogeintrag ist viel passiert und seit eben weiß ich auch endlich mein Projekt! Dafür wurde es auch allerhöchste Zeit, denn schließlich sollte man die Infos eigentlich schon 3 Wochen vor abreise bekommen... aber naja "There is no hurry in life!!" das habe ich schon gelernt.
Ich bin in der Virgin Kids Academy/ Home eingeteilt und bin somit in einer Kombination aus Waisenhaus und Schule gelandet. Perfekt! In dem Infozettel über das Projekt steht außerdem drin, dass ich Arbeitskleidung in Form von einem La coste T-shirt tragen muss (bekomme ich dann dort)... Na dann bin ich mal gespannt ob damit wirklich die Marke Lacoste gemeint ist oder ob es sich einfach um ein Poloshirt handeln wird ;-)
Im Schulsektor des Projekts sind wohl um die 300 Kinder und im angeschlossenen Waisenhaus 40. Es werden, denke ich, auch Haushaltsaufgaben auf mich zukommen weil in der Projektinfo sogar drin steht, ich werde die Kinder baden, anziehen und ihre Klamotten waschen aber auch Unterrichten.  Von allem etwas also :-D 
Zur Arbeit brauche ich angeblich 35 Minuten und den Weg bestreite ich mit dem Bus und "a bit of walking" - mal gucken wie wenig ein Bisschen für die Ghanaer ist :-D

Aber jetzt auch zum Stand der Vorbereitungen. Ich habe, glaube ich mittlerweile alle wichtigen Utensilien zusammen und es fehlen nur noch Kleinigkeiten. Zu meinem 18!! Geburtstag habe ich letzte Woche schon zwei Moskitonetze bekommen. Beide sind von Care plus durallin (also imprägniert). Ich habe zwei, weil ich ja an den Wochenenden auch Reisen möchte und somit nicht immer das Mückennetz aus dem Haus abbauen muss. Außerdem ist das zweite ein sogenannter "pop-up dome" und sobald man es aus der Hülle rausholt entfaltet es sich von selbst, sodass man es nur noch unter die Matratze stopfen muss. Das ist für Reisen wirklich praktisch. 
Ob es notwendig war, zwei Netze zu kaufen werden wird sich ja noch rausstellen aber lieber zu viel dabei als zu wenig :-D
Zum Schlafen habe ich einen Seidenschlafsack bekommen, da Seide in den Tropen besser ist als Baumwolle, weil Baumwolle nie richtig trocken wird, sondern immer klamm bleibt (ob diese Behauptung vom Verkäufer auch stimmt oder ob die 40€ anstatt der 10€ für Baumwolle nur der Finanzierung seines nächsten Trips in die Tropen dienen, werden wir noch sehen). Außerdem können angeblich Bettwanzen und anderes Krabbelzeug nicht durch Seide durchstechen, was mich dann schon eher überzeugt hat :-P
Einen Reiseadapter habe ich natürlich auch und sowohl die Stirnlampe (in grün Ali ;-)) und die Dynamotaschenlampe sind auch schon dabei.
Da ich schon in einigen Blogs gelesen habe, dass man das Wasser in Ghana in 0,5l Beuteln kauft und dann direkt trinkt, habe ich (in Gedanken an meine Konfirmandenblase -gell Mama ) auch noch eine 1L Tupperflasche in die ich dann das restliche Wasser füllen kann da ich niemals einen halben Liter auf einmal Trinken könnte.

Und natürlich, meine Big Mama Mareike, habe ich auch schon gaaanz viel 50er Sonnencreme, damit ich nicht rot wie ein Krebs zurück komme :-D  
Das Mückenspray habe ich auch schon bereit gestellt und hoffe mal, dass es wirkt :-) Ich habe schon vor 3 Wochen mit der Malariaprophylaxe mit dem Mittel Lariam angefangen und - Nein ich habe mich noch nicht umgebracht und auch keinen anderen (steht als mögliche Nebenwirkung in der Packungsbeilage)!! Also vertrage ich es scheinbar, schließlich habe ich auch keine Psychosen, Verfolgungswahn oder sonstige Probleme bekommen. Beruhigend zu wissen :-)

So nächste Woche geht es also los! Ich habe mittlerweile, dank unserer Facebookgruppe (an dieser Stelle danke an Melanie Schurr, die die super Idee hatte :-)) jede menge Mädels gefunden die mit mir fliegen. Ja richtig, Mädels! In unserer Gruppe, in der immerhin 63 Leute sind, gibt es nur 4 Jungs und von den 4 ist nur einer in unserem Haus :-D  Soviel dazu, dass die Zimmer geschlechtergetrennt aufgeteilt werden :-D
Im Flieger werde ich sogar neben zwei von den Mädels sitzen, dass wir uns schonmal ein bisschen kennen lernen können :-)

Ich hoffe jetzt erstmal, dass die weiteren Vorbereitungen gut vorangehen und dann melde ich mich spätestens wenn ich in Ghana angekommen bin. 

Noch 2 Monate

Montag, 29.04.2013

So jetzt sind es noch knapp 2 Monate bis meine 10 Woechige Reise nach Ghana losgeht und da hab ich mir gedacht, dass ich doch auch mal einen Blog schreiben koennte. Schliesslich moechten bestimmt einige von euch wissen, wie es mir im fernen Afrika ergehen wird. Ausserdem bin ich jetzt vor meiner Abreise auch schon fleissig am Blog lesen um zu erfahren, auf was ich mich denn so einstellen kann und mit dem Blog kann ich hoffentlich auch zukuenftigen Ghana-Reisenden eine Moeglichkeit bieten, ihre Vorfreude noch zu steigern und wertvolle Tipps weitergeben. 
An dieser Stelle erstmal eine generelle Entschuldigung fuer meine Rechtschreibung :-P In der Eile schreibt man schnell mal was falsch und ausserdem hat mein Laptop eine australische Tastatur was auch nicht gerade hilfreich ist ... naja ich gebe mein Bestes

Aber jetzt mal zum Stand der Vorbereitungen:
Bisher bin ich schon beim Tropeninstitut in Heidelberg gewesen um eine Impfberatung etc. zu bekommen und ich habe auch schon die Menningokokken und Gelbfieberimpfung hinter mir. Bis auf leichte Schmerzen an der Einstichstelle, die aber nach 2 Tagen wieder weg waren, habe ich diese auch ohne Komplikationen ueberstanden. 
Meinen Visumsantrag habe ich letzte Woche per Post losgeschickt und hoffe nun, dass der Reisepass die erste Reise ohne mich auch gut uebersteht und bald, im besten Falle mit dem Visum drin, zu mir zurueck kehrt.

Trotzdem muss ich noch allerlei Besorgungen machen, bis ich letztendlich am 01.07.13 zum sechsstuendigen Flug nach Accra aufbrechen kann.
Ich brauche noch ein Moskitonetz, einen Adapter fuer die Steckdose, das polizeiliche Fuehrungszeugnis (nachdem ich das, dass ich vor ein paar Monaten in weiser Vorraussicht habe machen lassen, nicht verwenden kann, da ich nicht ganz so weise war, mich zu erkundigen wie viel man es im Vorraus machen kann... also muss ich noch eins machen lassen weil es bei der Einreise maximal 3 Monate alt sein darf...), noch jede Menge Sonnencreme und Mueckenspray 

Ihr seht, es wartet noch eine Menge Arbeit auf mich und ganz nebenbei mach ich noch das Abi fertig (es fehlen noch Muendliche Pruefungen in Englisch und Reli) um dann nach meiner Zeit in Ghana hoffentlich in Mannheim Psychologie zu studieren. 

Viele Leute fragen mich, wie man darauf kommt, nach seinem Abi ausgerechnet nach Ghana zu gehen. Ich muss ganz ehrlich sein- ich weiss es garnicht mehr so genau ... Urspruenglich habe ich ja immer davon getraumt nach Australien zu gehen und Work & Travel zu machen aber irgendwann ist mir klar geworden, dass ich wahrscheinlich komplett ueberfordert waere wenn ich mich ohne meine Familie ein Jahr lang durch ein mir unbekanntes Land schlagen solle und Jobs annehmen, die mir ausser ein bisschen Geld, nichts fuer mein Leben bringen. Ich habe mich noch nicht bereit dafuer gefuehlt - aber irgendwann werde ich diesen Wunsch auch noch erfuellen Lächelnd
Dann bin ich irgendwann auf einen Blog von jemandem gestossen, der in Afrika Freiwilligenarbeit gemacht hat. Mir war gleich klar, dass das ein unglaubliches Abenteuer waere, indem man eine ganz andere Welt, aber auch sich selbst, besser kennen lernt. Und Arbeit mit Kindern waere sowieso das Perfekte fuer mich. Ich habe mich also weiter informiert und bin schliesslich auf die Organisation "Praktikawelten" gestossen. Diese bietet ein Programm "Sozialarbeit mit Kindern" an, bei dem man entweder in einem Waisenhaus arbeitet, Kleine Kinder unterrichtet (1-8 Jahre) oder mit Strassenkindern arbeitet. Das aussergewoehnliche an dieser Organisation ist die Unterbringung. Man wohnt nicht, wie bei anderen Organisationen, in Gastfamilien, sondern in einem der drei Hauser mit allen andern Volunteers, die auch dort sind. So kann man sich abends mit den anderen austauschen und gemeinsam den "Kulturschock" ueberwinden. 


Genau dieser Kulturschock ist es, der mein groesster Ansporrn ist, nach Ghana zu gehen. Ich moechte lernen, den Luxus Europas zu schaetzen. Ich bin der Meinung, dass ich, genau wie viele andere Europaer, sehr verwoehnt bin und den Luxus (den zum Beispiel fliessendes Wasser und Elektrizitaet bedeutet) gar nicht zu schaetzen weiss. Auch wenn es sich vielleicht etwas naiv anhoert, bin ich ueberzeugt, dass ich die Welt nach meinem Ghanaaufenthalt mit anderen Augen sehen werde.


Naja aber genug mit der Philosophiererei- morgen gibt es erstmal die Ergebnisse vom Schriftlichen Abi und dann ist ab dem 08.Mai die Schulpflicht zu Ende. Dann geht die stressige Zeit erst los mit letzten Impfungen (Tollwut, Thyphus), der Fahrt zum Globetrottershop in Frankfurt und dem Lernen fuers Muendliche und noch vielem mehr. 

Also wenn sich was neues ergibt, melde ich mich